Warum ausgerechnet Møn?
Echte Dunkelheit ist in Mitteleuropa selten geworden. Über den meisten Städten liegt nachts eine orangefarbene Glocke aus Straßenlampen, Werbung und Industrie. Wer von zu Hause in den Himmel schaut, sieht ein paar Dutzend Sterne – und denkt, das sei der Sternenhimmel. Ist es aber nicht. Es ist nur der Rest, der durch die Lichtverschmutzung noch durchkommt.
Auf Møn ist das anders. Die Insel im Südosten Dänemarks liegt abgeschieden, ohne große Städte in der Nähe, und die Gemeinde hat sich bewusst entschieden, ihre Nacht zu schützen. Straßenlaternen wurden umgerüstet, Außenbeleuchtung gedimmt, Licht nach unten gerichtet statt in den Himmel. Das Ergebnis: ein Nachthimmel, wie ihn unsere Großeltern noch kannten.
2017 hat die International Dark-Sky Association (heute DarkSky International) Møn und die kleine Nachbarinsel Nyord ausgezeichnet – als ersten Dark Sky Park und erste Dark Sky Community Skandinaviens. Weltweit war Møn sogar der erste Ort überhaupt, der beide Titel gleichzeitig bekam. Und das in der höchsten Kategorie, dem Gold Tier. Bis heute ist Møn der einzige zertifizierte Dark Sky Park auf Seeland und den dänischen Inseln.
Man muss es einmal erlebt haben: Du stehst auf dem Aborrebjerg, die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt, und plötzlich ist der Himmel nicht mehr schwarz, sondern voll. So voll, dass du die vertrauten Sternbilder kaum noch findest – weil zwischen ihnen tausend weitere Sterne stehen, die du nie zuvor gesehen hast.
Das Schöne für uns: Dieser Himmel liegt nicht in Lappland und nicht auf den Lofoten. Er liegt eine Fährfahrt und eine knappe Autostunde von Gedser entfernt. Wer mit der Scandlines-Fähre aus Rostock kommt, kann abends noch zum Sternegucken auf Møn sein.