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Tempolimits in Dänemark auf einen Blick
Wer in Gedser von der Fähre rollt, ist sofort in einer anderen Verkehrswelt. In Dänemark gelten feste Geschwindigkeitsbegrenzungen auf allen Straßen – eine Richtgeschwindigkeit oder unbegrenzte Autobahnabschnitte wie in Deutschland gibt es nicht. Die Limits sind klar beschildert, und die Polizei kontrolliert konsequent.
Vergessen Sie das deutsche Autobahngefühl. In Dänemark fahren alle gleichmäßig, und das wird auch durchgesetzt. 130 km/h ist das absolute Maximum – nicht der Anfang. Wer mit 160 über die dänische Autobahn brettert, riskiert Bußgelder im vierstelligen Bereich.
Was bedeutet das konkret auf der Strecke ab Gedser?
Ab dem Fährterminal in Gedser fahren Sie zunächst über Landstraßen Richtung Nykøbing Falster. Hier gilt 80 km/h, in den Ortschaften wie Gedesby und Nykøbing 50 km/h. Erst ab der Auffahrt auf die E47/Sydmotorvejen bei Nykøbing Falster erreichen Sie die Autobahn. Von dort bis Kopenhagen gilt überwiegend 130 km/h, einige Abschnitte (besonders in Vordingborg und am Stadtrand von Kopenhagen) sind allerdings auf 110 km/h reduziert.
Bußgeldtabelle: Das wird in Dänemark teuer
Dänische Bußgelder richten sich nach der Höhe der Überschreitung und sind grundsätzlich als Festbeträge definiert. Für deutsche Verhältnisse sind die Summen hoch – schon kleinere Verstöße kosten schnell ein Vielfaches dessen, was in Deutschland fällig würde. Und: Die Bußgelder werden dank EU-Vollstreckungsabkommen auch in Deutschland eingetrieben.
| Überschreitung | Bußgeld (ca.) | Zum Vergleich: Deutschland |
|---|---|---|
| Bis 20 km/h zu schnell | 135 – 270 EUR | 20 – 60 EUR |
| 20 – 30 km/h zu schnell | 270 – 400 EUR | 60 – 150 EUR |
| 30 – 40 km/h zu schnell | 400 – 535 EUR | 150 – 200 EUR |
| 40 – 50 km/h zu schnell | 535 – 670 EUR | 200 – 320 EUR |
| Über 50 km/h zu schnell | ab 670 EUR / einkommensabh. | ab 320 EUR |
| Über 100% zu schnell (z.B. 100 in 50er Zone) | Beschlagnahme des Fahrzeugs möglich | Fahrverbot + Geldstrafe |
Seit 2021 kann die dänische Polizei Fahrzeuge bei extremen Geschwindigkeitsverstößen beschlagnahmen und versteigern lassen. Das gilt auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge. Bei mehr als 100% Überschreitung des Tempolimits oder bei mehr als 200 km/h greift diese Regelung.
Die hier genannten Beträge sind Richtwerte (Stand 2026). Die genaue Höhe kann sich durch Indexierung jährlich leicht verändern. In Baustellen und Schulzonen verdoppeln sich die Bußgelder in bestimmten Fällen.
Blitzer und Streckenradar in Dänemark
In Dänemark heißen Blitzer „fotofælder" – wörtlich „Fotofallen". Der Name ist Programm. Das dänische Straßennetz ist dicht mit Geschwindigkeitskameras bestückt, und die Polizei setzt zusätzlich auf mobile Kontrollen.
Feste Blitzer (stationære fotofælder)
Entlang der Autobahnen und an Unfallschwerpunkten stehen klassische Säulenblitzer. Sie sind in der Regel gut sichtbar und oft mit einem blauen Dreieckschild angekündigt. Trotzdem erwischen sie regelmäßig Touristen, die nach der Fährankunft noch im „deutschen Modus" unterwegs sind.
Streckenradar (strækningsmåling)
Hier wird es richtig unangenehm: Auf mehreren Autobahnabschnitten misst Dänemark die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine Strecke von mehreren Kilometern. Am Anfang des Abschnitts wird Ihr Kennzeichen fotografiert, am Ende erneut. Aus der Zeitdifferenz ergibt sich Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit. Kurz vor dem Blitzer bremsen bringt hier also gar nichts.
Abschnitte mit Streckenradar sind auf der Route Gedser–Kopenhagen unter anderem auf Teilen der Sydmotorvejen und der E47 aktiv. Die Standorte wechseln regelmäßig.
Mobile Kontrollen
Zusätzlich zu den festen Anlagen setzt die dänische Polizei Zivilfahrzeuge mit Lasermessgeräten ein. Diese stehen oft an Stellen, an denen man sie nicht erwartet – etwa kurz nach einem Ortseingangschild, wo viele Fahrer noch nicht auf 50 abgebremst haben.
In Dänemark sind Radarwarner illegal – das betrifft eigenständige Geräte genauso wie Smartphone-Apps mit aktiver Blitzerwarnung. Bei einer Kontrolle drohen rund 200 Euro Strafe. Schalten Sie entsprechende Apps vor der Einreise ab.
Karte: Bekannte Blitzer-Standorte Gedser – Kopenhagen
Die Karte zeigt bekannte feste Blitzer und Streckenradar-Abschnitte auf der Hauptroute von Gedser nach Kopenhagen. Die Standorte können sich ändern – fahren Sie grundsätzlich vorschriftsmäßig und verlassen Sie sich nicht auf diese Übersicht.
Wohnwagen und Gespanne: Maximal 80 km/h
Für alle, die mit Caravan oder Anhänger nach Dänemark reisen – und das sind auf der Gedser-Route nicht wenige – gilt eine klare Regel: Maximal 80 km/h auf allen Straßen. Das schließt die Autobahn ausdrücklich ein.
| Straßentyp | PKW solo | Mit Anhänger/Wohnwagen |
|---|---|---|
| Innerorts | 50 km/h | 50 km/h |
| Landstraße | 80 km/h | 80 km/h |
| Schnellstraße | 80 km/h | 80 km/h |
| Autobahn | 130 km/h | 80 km/h |
Die deutsche 100-km/h-Zulassung für Anhänger (die runde weiße Plakette mit „100") hat in Dänemark keine Gültigkeit. Egal ob Ihr Gespann in Deutschland 100 fahren darf – in Dänemark sind es 80 km/h. Das sorgt bei vielen deutschen Campern für Überraschung und mitunter für ein teures Bußgeld.
Planen Sie bei der Fahrt von Gedser nach Kopenhagen mit Gespann also rund 2 Stunden für die 160 km ein, statt der knappen 1,5 Stunden ohne Anhänger.
Weitere Verkehrsregeln in Dänemark
Neben den Tempolimits gibt es ein paar Besonderheiten, die deutsche Autofahrer kennen sollten. Die gute Nachricht vorweg: In Dänemark herrscht Rechtsverkehr, genau wie in Deutschland. Umgewöhnen müssen Sie sich also nicht.
Lichtpflicht – 24 Stunden, 7 Tage die Woche
In Dänemark müssen Sie immer mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht fahren, auch bei strahlendem Sonnenschein mitten im Sommer. Das gilt seit 1990 und wird konsequent kontrolliert. Die meisten neueren Autos schalten das Licht automatisch ein, aber prüfen Sie es trotzdem – gerade bei Mietwagen. Bei Verstoß werden rund 100 EUR fällig.
Alkohol am Steuer
Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille – gleich wie in Deutschland. Allerdings sind die Strafen deutlich härter: Ab 0,5 Promille droht eine Geldstrafe, die sich am Monatseinkommen orientiert. Ab 2,0 Promille wird das Fahrzeug beschlagnahmt.
Telefonieren am Steuer
Handy am Ohr kostet in Dänemark rund 200 EUR. Freisprecheinrichtung ist erlaubt. Halten Sie also Ihr Handy in der Halterung oder nutzen Sie Bluetooth.
Anschnallpflicht
Für alle Insassen, auf allen Sitzen. Das Bußgeld für Nicht-Anschnallen liegt bei rund 135 EUR pro Person.
Kreisverkehr
In Dänemark hat der Verkehr im Kreisverkehr Vorfahrt – genau wie in Deutschland. Das ist im Gegensatz zu Frankreich kein Umstellungsproblem.
Maut
Auf normalen Autobahnen und Landstraßen gibt es in Dänemark keine Maut. Gebühren fallen nur an für die Storebælt-Brücke (Großer Belt, ca. 53 EUR / 395 DKK für PKW) und die Øresundbrücke nach Schweden (ca. 63 EUR / 470 DKK). Die Strecke Gedser–Kopenhagen ist komplett mautfrei.
Häufige Fragen zum Tempolimit in Dänemark
Auf dänischen Autobahnen gilt ein Tempolimit von 130 km/h. Einige Abschnitte sind auf 110 km/h begrenzt – achten Sie auf die Beschilderung. Unbegrenzte Abschnitte wie in Deutschland gibt es nicht.
Deutlich mehr als in Deutschland. Schon 20 km/h zu schnell kosten rund 270 EUR. Ab 30 km/h zu schnell werden etwa 400 EUR fällig. Bei extremen Überschreitungen droht die Beschlagnahme des Fahrzeugs.
Ja. Dänemark setzt auf mehreren Autobahnabschnitten Streckenradar (strækningsmåling) ein, das die Durchschnittsgeschwindigkeit über mehrere Kilometer misst. Kurz vor dem Blitzer bremsen funktioniert hier nicht.
Mit Anhänger oder Wohnwagen gilt auf allen Straßen maximal 80 km/h, auch auf der Autobahn. Die deutsche 100-km/h-Plakette hat in Dänemark keine Gültigkeit.
Ja. In Dänemark gilt eine Lichtpflicht rund um die Uhr – auch bei Sonnenschein. Abblendlicht oder Tagfahrlicht müssen immer eingeschaltet sein. Verstoß: rund 100 EUR.
Ja. Durch das EU-Vollstreckungsabkommen können dänische Bußgelder ab 70 EUR auch in Deutschland eingetrieben werden. Strafzettel einfach ignorieren ist also keine gute Idee.
Auf normalen Straßen und Autobahnen nicht. Gebühren fallen nur an für die Storebælt-Brücke (ca. 53 EUR) und die Øresundbrücke (ca. 63 EUR). Die Strecke Gedser–Kopenhagen ist komplett mautfrei.
Nein. Radarwarner sind in Dänemark verboten, egal ob als eigenständiges Gerät oder als App. Es drohen rund 200 EUR Strafe und die Beschlagnahme des Geräts.