Die Rostock-Gedser-Fähre ist der schnellste Weg nach Dänemark. Aber mit einem Wohnmobil gibt es ein paar Dinge, die Sie vorher wissen sollten – bevor es an der Kasse teuer wird.
Foto: Scandlines / Wikimedia Commons / CC BY 3.0
Die meisten Wohnmobil-Fahrer denken bei der Buchung an Hin- und Rückfahrt, vielleicht noch an die Kabine. Was viele nicht auf dem Schirm haben: Scandlines berechnet den Preis nach Fahrzeuglänge. Und die wird genau gemessen.
| Fahrzeuglänge | Kategorie | Preis (einfache Fahrt) |
|---|---|---|
| Bis 6 m | PKW-Tarif | ab 72,20 € |
| 6–8 m | +30 € Längenzuschlag | ab 102,20 € |
| 8–10 m | +60 € Längenzuschlag | ab 132,20 € |
| 10–12 m | +90 € Längenzuschlag | ab 162,20 € |
| Über 12 m | Sonderpreis | Kundenservice anrufen |
Gemessen wird von Stoßstange vorne bis Heck – inklusive Fahrradträger, Gepäckbox, Leiter, alles was raussteht. Wenn Ihr Wohnmobil 5,95 m lang ist, aber hinten ein Fahrradträger raussteht, zahlen Sie die nächste Kategorie. Vorher messen, nicht schätzen.
Das ist der Tipp, den die wenigsten kennen: Bei Nachtabfahrten entfällt der Längenzuschlag komplett. Egal wie lang Ihr Wohnmobil ist.
Nachtabfahrten gelten zwischen 20:00 und 08:00 Uhr. Alle Fahrten in diesem Zeitfenster sind ohne Längenzuschlag.
Das Nachtfenster ist größer: 18:00 bis 08:00 Uhr. Noch mehr Auswahl an Abfahrten ohne Zuschlag.
Bei einem 10-Meter-Wohnmobil spart die Nachtfähre 90 Euro pro Strecke. Hin und zurück sind das 180 Euro – mehr als eine volle Tankfüllung. Und die späte Ankunft in Gedser hat sogar einen Vorteil: Sie fahren direkt auf einen Campingplatz auf Falster und starten am nächsten Morgen ausgeruht in den Urlaub.
Das ist die Durchfahrtshöhe auf dem Fahrzeugdeck. Wer darüber liegt – etwa mit Dachbox oder Klimaanlage auf dem Dach – muss vorher den Scandlines-Kundenservice kontaktieren. Die Höhenbegrenzung ist ernst gemeint: Es wird gemessen.
Wohnmobile werden unabhängig vom Gewicht wie PKW behandelt, solange das Fahrzeug als Wohnmobil zugelassen ist. Ein 3,5-Tonner zahlt also genauso viel wie ein 7,5-Tonner gleicher Länge. Entscheidend ist nur die Länge, nicht die Tonnage.
Standardmäßig passen die meisten Wohnmobile problemlos auf die Fähre. Kritisch wird es nur bei Fahrzeugen mit Aufbauten auf dem Dach, etwa Solarpanels mit zusätzlichen Halterungen oder Dachzelten. Im Zweifel: Messen und vorher bei Scandlines nachfragen.
Das Thema Gasflaschen verunsichert viele Wohnmobil-Fahrer. Die gute Nachricht: Es ist kein großes Drama.
Kein Problem. Fest verbaute Gasanlagen im Wohnmobil sind Standard und werden ohne weiteres akzeptiert.
Beim Check-in anmelden. Die Crew will wissen, was an Bord ist. Ventile müssen während der Überfahrt geschlossen sein.
Kein Grund zur Panik. Einfach beim Check-in ansprechen – die kennen das. Jeden Tag fahren Wohnmobile mit Gasflaschen über. Es ist Routine, kein Sicherheitsvorfall.
Der Check-in am Hafen Rostock ist gut organisiert, aber es gibt ein paar Dinge, die Sie wissen müssen – sonst stehen Sie in der falschen Spur.
Spätestens 30 Minuten vor Abfahrt am Check-in sein. Der Check-in öffnet 2 Stunden vorher. 15 Minuten vor Abfahrt schließt er – dann ist es zu spät.
Die gelbe Spur ist für alles über 6 Meter, Gespanne und Motorräder. Die blaue Spur ist nur für PKW unter 6 m mit Automaten-Check-in. Wer sich mit dem Wohnmobil in die blaue Spur stellt, wird zurückgeschickt.
Bei der Online-Buchung geben Sie die Fahrzeuglänge an. Stimmt die nicht mit der Realität überein, wird vor Ort nachgemessen. Falsche Angabe = Strafzuschlag von 100 € aufwärts. Das ist kein Kulanzfall.
Buchungsbestätigung (digital reicht), Personalausweis oder Reisepass, Fahrzeugschein. Mehr nicht. Der Vorgang dauert normalerweise 5 Minuten.
Scandlines bietet drei Ticketkategorien an. Für Wohnmobile macht die Wahl einen echten Unterschied.
Ab 72,20 €
Gut für Fahrer, die sich sicher sind und früh buchen.
Mittlere Preisstufe
Der Kompromiss zwischen Preis und Flexibilität.
Höchste Preisstufe
Unsere Empfehlung für große Wohnmobile.
Große Wohnmobile brauchen viel Platz auf dem Fahrzeugdeck. Wenn die Fähre zu voll ist für Ihr 9-Meter-Mobil, nehmen Sie mit dem Flex-Ticket einfach die nächste Abfahrt. Bei Low Price haben Sie Pech und müssen trotzdem warten – ohne Geld zurück. In der Hauptsaison passiert das häufiger als man denkt.
Sobald Sie auf dem Fahrzeugdeck stehen, heißt es: Motor aus, Handbremse, raus aus dem Wohnmobil. Während der Überfahrt darf niemand auf dem Fahrzeugdeck bleiben – das gilt für alle, ohne Ausnahme.
Wertsachen mitnehmen, Fahrzeug abschließen. Das Autodeck ist während der Fahrt nicht zugänglich.
Warme Küche, Snacks und Kaffee. Die Preise sind fair für eine Fähre – kein Flughafen-Niveau.
Skandinavische Lebensmittel, Alkohol, Süßigkeiten. Besonders dänische Butter und Hot Dogs sind beliebt.
Hunde dürfen angeleint mit an Deck. Frische Luft auf dem Außendeck für Zwei- und Vierbeiner.
Die 2 Stunden sind Gold wert nach langer Anfahrt. Beine vertreten, vernünftig essen, frische Luft – und die Kinder können sich austoben, statt weiter angeschnallt zu sitzen. Nutzen Sie die Überfahrt als echte Pause, nicht als verlorene Zeit.
Nein. Auf der Rostock-Gedser-Fähre müssen alle Passagiere das Fahrzeugdeck verlassen. Das ist eine Sicherheitsvorschrift, keine Empfehlung. Nehmen Sie alles mit, was Sie für die zwei Stunden brauchen – Medikamente, Snacks, Ladekabel, Hundeleine. Das Fahrzeugdeck ist während der Überfahrt gesperrt.
Nein, weder in Rostock noch in Gedser gibt es Landstromanschlüsse für Wohnmobile. Wenn Sie früh ankommen und im Hafen warten, läuft Ihr Fahrzeug auf Batterie. Tipp: Auf dem letzten Campingplatz vor der Fähre nochmal voll aufladen. In Rostock-Warnermünde gibt es mehrere Möglichkeiten, und auf Falster finden Sie direkt nach der Fähre Campingplätze mit Stellplätzen.
Abmontieren müssen Sie ihn nicht. Aber er zählt zur Gesamtlänge. Wenn Ihr Wohnmobil 5,90 m misst und der Träger 30 cm dazurechnet, sind Sie bei 6,20 m und zahlen 30 € Längenzuschlag. Es gibt Fahrer, die den Träger für die Überfahrt abmontieren und im Fahrzeug verstauen – das spart bei Hin- und Rückfahrt 60 €. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von Ihrem Trägermodell ab.
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