Dänemark ist hundefreundlich – aber es gibt Regeln, die Sie kennen müssen. Vor allem eine: 13 Hunderassen sind in Dänemark verboten. Wer das ignoriert, riskiert im schlimmsten Fall seinen Hund.
Foto: Lars K. Jensen / CC BY 2.0
Das ist kein Scherz und keine Empfehlung – es ist geltendes Gesetz. Wer mit einem dieser Hunde nach Dänemark einreist, riskiert, dass die Polizei den Hund beschlagnahmt und einschläfern lässt.
Auch Mischlinge dieser Rassen sind verboten.
Dürfen generell nicht nach Dänemark – nicht mal im Transit. Auch nicht kurz aussteigen, nicht mal auf einem Rasthof. Absolutes Verbot.
Dürfen nur im Fahrzeug durchreisen. Kurzes Austreten an einer Raststätte ist erlaubt – mehr nicht. Kein Camping, kein Urlaub.
Hunde dieser Rassen, die nachweislich vor dem 17.03.2010 gehalten wurden, dürfen mit Bestandsschutz-Nachweis einreisen. Sie müssen dann aber immer einen Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden. Das betrifft heute kaum noch Hunde – aber der Vollständigkeit halber.
Die dänische Polizei kann Ihren Hund beschlagnahmen und einschläfern lassen. Bei Rassen, die einer verbotenen Rasse ähnlich sehen, liegt die Beweislast bei Ihnen. Unser dringender Rat: Wenn Ihr Hund auch nur entfernt wie ein Pitbull, Staffordshire oder eine andere gelistete Rasse aussieht – nehmen Sie Stammbaum-Papiere mit. Lieber einmal zu viel dabei als einmal zu wenig.
Die gute Nachricht: Für die allermeisten Hundebesitzer ist die Einreise unkompliziert. Sie brauchen drei Dinge, die Sie wahrscheinlich ohnehin haben.
Das blaue Dokument vom Tierarzt. Muss auf Ihren Namen ausgestellt sein und die Mikrochip-Nummer Ihres Hundes enthalten. Bekommen Sie bei jedem Tierarzt in Deutschland.
Die Impfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein. Prüfen Sie vor der Abreise, ob die Impfung noch gültig ist – das wird gerne vergessen.
Pflicht seit 2011 für alle Hunde, die innerhalb der EU reisen. Die Chipnummer muss im Heimtierausweis eingetragen sein.
Anders als bei Reisen nach Großbritannien oder Norwegen verlangt Dänemark keine Bandwurmbehandlung. Ein Punkt weniger auf der Checkliste.
Das haben die meisten Hundebesitzer ohnehin alles parat. Trotzdem: Vor der Reise einmal prüfen, ob die Tollwutimpfung noch gültig ist. Es wäre ärgerlich, wegen einer abgelaufenen Impfung an der Grenze Probleme zu bekommen.
Leinenpflicht an allen Stränden. Ihr Hund darf mit an den Strand, muss aber angeleint sein. Keine Ausnahmen.
Leinenpflicht in Wäldern und Naturschutzgebieten. Ausnahme: ausgewiesene Hundewälder (Hundeskov), dort darf Ihr Hund frei laufen.
Viele Strände erlauben Freilauf. In der Nebensaison dürfen Hunde an den meisten Stränden ohne Leine laufen – solange sie unter Kontrolle sind.
20 Kilometer Sandstrand, fast keine Menschen, der Hund kann rennen, bis er nicht mehr kann. Wer im Oktober oder November mit dem Hund nach Dänemark fährt, erlebt Falster von seiner besten Seite. Unser Hund kommt jedes Mal völlig glücklich und komplett erledigt zurück zum Wohnmobil.
Die meisten Campingplätze auf Falster und Møn erlauben Hunde. Manche haben sogar einen eigenen Hundespielplatz. Hier unsere Empfehlungen in der Nähe der Fähre.
Großer Familiencampingplatz direkt hinter dem Strand von Marielyst. Hunde sind auf dem gesamten Platz willkommen. In der Nebensaison ist es hier schön ruhig – perfekt für Hundebesitzer, die den Strand praktisch vor der Tür haben wollen.
Direkt in Gedser, zwei Minuten vom Fährhafen. Praktisch, wenn Sie spät ankommen oder früh wieder zurückfahren. Einfacher Platz, aber die Lage ist unschlagbar.
Unser Tipp für Hundebesitzer: Guldborg hat einen eigenen Hundespielplatz auf dem Campingplatzgelände. Eingezäunt, so dass der Hund frei laufen kann. Schöne Lage am Guldborgsund mit Blick aufs Wasser.
Auf der Nachbarinsel Møn, bekannt für die Kreidefelsen. Ruhiger, kleiner Platz – hundefreundlich und ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen entlang der Küste.
Falster ist für Hunde ein Traum. Kilometerlange Strände, offizielle Hundewälder und jede Menge Natur. Hier die besten Anlaufpunkte.
Oktober bis März: Freilauf erlaubt. 20 km feiner Sand, flaches Wasser. Der populärste Strand Falsters – in der Nebensaison aber menschenleer und perfekt für Hunde.
Südlich von Marielyst, deutlich ruhiger. Weniger Infrastruktur, dafür mehr Platz. Auch im Sommer trifft man hier weniger Menschen – gut für Hunde, die ungern Trubel haben.
Ganzjährig OHNE Leine! Der offizielle Hundewald bei Nykøbing. Eingezäunt, Ihr Hund darf hier das ganze Jahr frei laufen. Wasser und Schattenplätze vorhanden.
Naturgebiet an der Ostküste Falsters. Toll für ausgedehnte Spaziergänge durch Wald bis zum Meer. Leinenpflicht gilt, aber die Wege sind wunderschön und abwechslungsreich.
Die Scandlines-Fähre Rostock–Gedser ist hundefreundlich. Ihr Hund darf mit an Deck – angeleint, versteht sich. In die Innenräume, Restaurants und Shops dürfen Hunde nicht mit. Aber bei gutem Wetter ist das Außendeck ohnehin der bessere Platz.
Die Überfahrt dauert knapp 2 Stunden. Nehmen Sie einen Wassernapf mit – gerade im Sommer wird es an Deck warm. Die meisten Hunde kommen gut mit der Überfahrt zurecht, das Schiff liegt ruhig und es gibt genug Platz zum Hinlegen.
Wer mit dem Auto fährt: Im Sommer kann der Hund auch im Auto bleiben, wenn das Autodeck gut belüftet ist. An heißen Tagen ist das aber keine gute Idee – dann lieber mit an Deck nehmen.
Labradore und Labrador-Mischlinge sind nicht betroffen. Das Verbot gilt nur für die 13 gelisteten Rassen und deren Mischlinge. Problematisch wird es, wenn Ihr Mischling einer verbotenen Rasse ähnlich sieht – etwa kräftig gebaut mit breitem Kopf. In dem Fall liegt die Beweislast bei Ihnen. Unser Rat: Im Zweifelsfall Stammbaum-Papiere vom Züchter oder einen DNA-Test mitnehmen. Das klingt übertrieben, aber im Ernstfall kann es Ihren Hund retten.
Ja, in Nykøbing Falster gibt es mehrere Tierarztpraxen. Für Notfälle außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den tierärztlichen Bereitschaftsdienst (Vagtdyrlæge) unter 70 10 10 50. Tipp: Informieren Sie sich vor der Reise, welche Praxis am nächsten an Ihrem Campingplatz liegt – im Notfall spart das wertvolle Zeit.
An den meisten dänischen Stränden und in Hundewäldern stehen Spender mit kostenlosen Hundekottüten. Auch Campingplätze haben in der Regel Tütenspender auf dem Gelände. Trotzdem: Nehmen Sie eigene Beutel mit. Gerade auf den weniger frequentierten Strandabschnitten kann ein Spender auch mal leer sein. Dänen nehmen das Thema ernst – liegen lassen ist nicht.
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