Dänemarks Süden ist wie gemacht fürs Rad: Lolland, Falster und Møn sind flach wie ein Tisch, die Radwege führen oft abseits der Straße, und der nächste Strand liegt selten weiter als eine Trinkpause entfernt. Das Beste daran – du nimmst dein Rad einfach mit auf die Fähre und rollst in Gedser direkt los.
Dänemark ist ein Fahrradland, und das merkt man sofort. Hier wird nicht nur gefährt, weil es gesund ist – Radfahren gehört zum Alltag. Das Ergebnis ist ein Netz aus gut ausgebauten, beschilderten Radwegen, das es in dieser Dichte kaum woanders gibt. Elf nationale Radfernwege durchziehen das Land, dazu kommen unzählige regionale Routen.
Und ausgerechnet der Süden, den man von Gedser aus zuerst erreicht, ist für Radreisende ein Glücksfall. Lolland und Falster gehören zu den flachsten Regionen Dänemarks. Hier strampelt sich niemand ab. Die Strecken sind geteert, oft autofrei, und führen durch eine Landschaft aus Feldern, Alleen, kleinen Dörfern und langen Stränden.
Auf Lolland-Falster gibt es praktisch keine nennenswerten Steigungen. Wer schon einmal in den Mittelgebirgen geschwitzt hat, wird das lieben. Nur an den Kreidefelsen von Møn wird es kurz hügelig.
Die dänischen Radrouten sind durchgängig ausgeschildert – nationale Routen mit roten Schildern, regionale mit blauen. Verfahren ist schwer. Eine Karte oder App schadet trotzdem nicht.
Du fährst nie lange, ohne ans Wasser zu kommen. Badehose gehört aufs Rad. Besonders der Marielyst-Strand auf Falster ist ein perfekter Stopp für eine ausgiebige Pause.
Abseits der Hauptstraßen ist es ruhig. Viele Wege führen durch Felder und kleine Orte, der Autoverkehr hält sich zurück. Das macht die Region auch für Familien mit Kindern sicher und angenehm.
Wer eine echte Radreise plant, ist hier goldrichtig: Gleich zwei bedeutende Routen verlaufen direkt durch die Region – und eine davon beginnt ihren dänischen Teil genau dort, wo die Fähre anlegt.
Der wohl bekannteste internationale Radweg der Region verbindet die beiden Hauptstädte auf rund 630 Kilometern. Das Schöne für alle, die mit der Fähre kommen: Der dänische Abschnitt beginnt in Gedser. Von dort führt die Route 70 Kilometer quer über Falster bis Stubbekøbing, weiter über Møn mit seinen Kreidefelsen und schließlich nach Seeland und Kopenhagen. Du kannst also in Rostock aufs Schiff und in Gedser direkt in eine der schönsten Radreisen Nordeuropas einsteigen.
Die nationale Route 8 ist mit rund 870 Kilometern einer der längsten Radfernwege Dänemarks. Sie folgt der Ostseeküste durch die schönsten Landschaften des Südens: das offene Land auf Lolland und Falster, die eindrucksvollen Kreideklippen von Møn, weiter zur Inselwelt Südfünens und an den Kleinen Belt. Man muss nicht alles am Stück fahren – gerade der Abschnitt durch Lolland-Falster eignet sich hervorragend für eine entspannte Woche.
Keine Lust auf eine mehrtägige Radreise? Auch für Tagesausflüge ist die Region ideal. Hier ein paar Vorschläge mit Charakter – alle flach, alle ab Gedser gut erreichbar.
| Tour | Länge | Das erwartet dich |
|---|---|---|
| Gedser – Marielyst | ~25 km | Vom südlichsten Punkt Dänemarks zum schönsten Strand der Region. Perfekt zum Einstieg, mit langer Badepause. |
| Gedser – Nykøbing Falster | ~30 km | Durch ruhiges Hinterland zur lebendigen Inselhauptstadt mit Hafen, Cafés und dem Mittelalterzentrum. |
| Møns-Klint-Runde | ~30–40 km | Die einzige Tour mit etwas Höhenmetern – dafür mit dem spektakulärsten Ausblick Dänemarks über die weißen Kreidefelsen. |
| Maribo-Seen (Lolland) | ~40 km | Eine ruhige Runde um die Seenlandschaft im Herzen Lollands, vorbei am Kloster und durch alte Wälder. |
Der entspannteste Start in einen Radurlaub: kein Auto, kein Fahrradträger, keine Parkplatzsuche. Du fährst mit dem Rad zum Terminal in Rostock, rollst auf die Fähre, und zwei Stunden später bist du in Dänemark – mitten im Berlin–Kopenhagen-Radweg.
Auf der Scandlines-Fähre Rostock–Gedser reist du mit dem Rad als Fußpassagier – deutlich günstiger als mit dem Auto. Sei rund 30 Minuten vor Abfahrt am Terminal, dann läuft alles in Ruhe. Aktuelle Preise und Abfahrtszeiten findest du im Fahrplan.
Für eine mehrtägige Tour reichen ein bis zwei Packtaschen pro Rad. Dänemark ist gut versorgt: Supermärkte, Bäckereien und Ferienhäuser gibt es überall entlang der Route. Du musst also nicht für eine Woche vorpacken.
Weil das Gelände so flach ist, brauchst du auf Lolland-Falster kein E-Bike, um Spaß zu haben – auch ungeübte Radler kommen hier gut voran. Gegenwind kann an der Küste allerdings die heimliche „Steigung“ Dänemarks sein. Wer entspannt unterwegs sein will, ist mit E-Antrieb an windigen Tagen klar im Vorteil.
Im Süden Dänemarks kaum. Lolland, Falster und große Teile Møns sind ausgesprochen flach – ideal für Familien, Genussradler und Einsteiger. Es gibt ein dichtes Netz beschilderter Radwege, oft abseits der Autostraßen, und der nächste Strand oder das nächste Café ist nie weit. Nennenswerte Steigungen findest du eigentlich nur an den Kreidefelsen von Møns Klint.
Ja. Auf der Scandlines-Fähre Rostock–Gedser kannst du dein Fahrrad als Fußpassagier mit Rad mitnehmen. Das ist günstiger als ein Auto und der entspannteste Start in einen Radurlaub: zwei Stunden Überfahrt, und in Gedser rollst du direkt los – die Strecke ist Teil des Berlin–Kopenhagen-Radwegs. Die aktuellen Preise stehen im Fahrplan.
Gleich zwei. Der internationale Berlin–Kopenhagen-Radweg (rund 630 km) erreicht Dänemark in Gedser und führt 70 km über Falster bis Stubbekøbing und weiter über Møn nach Seeland. Außerdem verläuft der dänische Ostsee-Radweg (Østersøruten, nationale Route 8, rund 870 km) durch Lolland, Falster und an den Kreidefelsen von Møn vorbei.
Sehr gut. Das flache Gelände, die kurzen Etappen zwischen den Orten, die vielen Badestrände und das gut ausgebaute, sichere Radwegenetz machen Lolland-Falster zu einer der familienfreundlichsten Radregionen Nordeuropas. Tagesrunden von 20 bis 30 Kilometern mit Badepausen sind mit Kindern gut machbar – und unterwegs lockt immer ein Eis oder ein Hofladen.
Von Mai bis September. Der Hochsommer (Juli/August) ist am wärmsten und perfekt zum Baden, kann aber an beliebten Stränden voller sein. Mai, Juni und September sind angenehm ruhig, die Natur ist grün und die Tage lang. Wichtig ist weniger die Temperatur als der Wind – ein windstiller Tag macht jede Tour leichter.
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