Riesiges Sortiment, skandinavische Spezialitäten und Duty-Free-Flair. Aber wie viel spart man tatsächlich? Eine ehrliche Einschätzung.
Scandlines betreibt drei verschiedene Einkaufsmöglichkeiten. Die Auswahl und Größe unterscheiden sich erheblich.
Der Flaggschiff-Shop direkt am Fährhafen Puttgarden auf Fehmarn. Mit 6.000 m² Verkaufsfläche der größte der drei Shops – und einer der größten Border-Shops in Nordeuropa überhaupt.
Der kleinere Bruder direkt am Scandlines-Terminal in Rostock-Überseehafen. Mit 1.200 m² kompakter, aber das Kernsortiment an Spirituosen, Wein und Süßwaren ist vorhanden.
Jede Scandlines-Fähre hat einen eigenen Travel Shop. Kleiner als die Landshops, aber für Spirituosen, Parfum und Mitbringsel ausreichend. Praktisch: Sie können während der Überfahrt in Ruhe stöbern.
Das Sortiment ist auf skandinavische Grenzgänger und deutsche Urlauber zugeschnitten. Die Schwerpunkte:
Über 700 verschiedene Whisky-Sorten allein im Puttgarden-Shop. Dazu Gin, Rum, Vodka, Liköre und skandinavische Spezialitäten wie Aquavit. Die Auswahl ist beeindruckend – deutlich größer als in jedem deutschen Supermarkt.
Über 900 Weine aus aller Welt, dazu Champagner, Prosecco und Sekt. Die Weinabteilung ist gut sortiert, mit regelmäßig wechselnden Angeboten und Sonderaktionen.
Riesige Süßwarenabteilung mit dänischer Lakritze, skandinavischer Schokolade, Gummibärchen-Varianten und Keksen. Viele Produkte, die es in Deutschland nicht gibt – perfekt als Mitbringsel.
Markenparfums, Hautpflege und Kosmetik. Die Preise liegen teilweise unter dem deutschen Einzelhandel, aber der Unterschied ist nicht riesig.
Hier wird es nüchtern: Die BorderShops sind primär auf skandinavische Kunden ausgerichtet. In Schweden, Norwegen und Dänemark sind Alkohol und Tabak durch hohe Steuern deutlich teurer als in Deutschland. Für Skandinavier sind die Ersparnisse deshalb enorm. Für Deutsche sieht die Rechnung anders aus.
Bei Markenspirituosen und Wein können Sie als deutscher Käufer mit einer Ersparnis von etwa 10 bis 20 Prozent gegenüber dem deutschen Einzelhandel rechnen. Das ist nett, aber keine Revolution. Wer gezielt Angebote nutzt, kann mehr sparen. Die großen Schnäppchen machen allerdings die Skandinavier – für die liegen die Ersparnisse bei 30 bis 50 Prozent.
Der eigentliche Grund, warum sich der Bordshop für Deutsche lohnt, sind die dänischen Süßigkeiten. Lakritze in Dutzenden Variationen, Tørsleff-Flödeboller, Haribo-Sorten die es nur in Skandinavien gibt, Ga-Jol, Matador-Mix – das alles bekommen Sie in Deutschland schlicht nicht. Als Mitbringsel oder für Fans skandinavischer Süßwaren ist das unschlagbar.
Wer mit der Erwartung auf massive Schnäppchen in den Bordshop geht, wird als Deutscher eher enttäuscht. Die Preise orientieren sich am skandinavischen Niveau – für Schweden und Dänen ein Fest, für Deutsche moderate Ersparnisse. Fahren Sie nicht extra wegen des Shops – aber wenn Sie sowieso die Fähre nehmen, ist ein Abstecher in die Süßwarenabteilung und zum Whisky-Regal durchaus lohnend.
Bier und pfandfreie Getränke dürfen im BorderShop und im Travel Shop an Bord nur an Kunden mit skandinavischem Wohnsitz verkauft werden. Der Grund: die deutsche Pfandregelung. Die im BorderShop verkauften Dosen und Flaschen tragen kein deutsches Pfandzeichen. Um Probleme mit dem Einwegpfandgesetz zu vermeiden, hat Scandlines entschieden, diese Produkte nur an Kunden mit Wohnsitz in Skandinavien abzugeben.
An der Kasse wird der Wohnsitz über den Ausweis geprüft. Wer einen deutschen Personalausweis vorlegt, bekommt kein Bier. Das betrifft auch Dosenbier, Energy-Drinks und andere pfandpflichtige Getränke ohne deutsches Pfandzeichen.
Dänemark und Deutschland sind beide EU-Mitglieder. Innerhalb der EU gibt es keinen Zoll, aber Richtmengen für den persönlichen Bedarf. Solange Sie die folgenden Mengen nicht überschreiten, gibt es keine Fragen:
10 Liter (Schnaps, Whisky, Vodka, Gin etc. über 22% Vol.)
110 Liter (wobei Deutsche im Bordshop keins kaufen können – siehe oben)
60 Liter (Champagner, Prosecco, Crémant etc.)
Unbegrenzt für den Eigenbedarf (ja, wirklich – keine Mengenbegrenzung bei Wein)
800 Stück (das sind 4 Stangen)
1 Kilogramm Rauchtabak
Diese Mengen gelten als Richtmengen für den persönlichen Bedarf innerhalb der EU. Wer deutlich mehr einführt, muss nachweisen können, dass die Ware nicht für den Weiterverkauf bestimmt ist.
Auf der Hinfahrt nach Dänemark sind alle aufgeregt, die Kinder wollen an Deck, man will nichts verpassen – und der Bordshop ist brechend voll. Jeder denkt: Jetzt oder nie.
Auf der Rückfahrt ist das Gegenteil der Fall. Die meisten Passagiere sind müde von der Reise, die Kinder schlafen, und im Shop ist deutlich weniger los. Sie haben mehr Ruhe zum Stöbern, die Regale sind besser gefüllt (die werden zwischen den Fahrten aufgefüllt), und an der Kasse stehen Sie kürzer.
Außerdem wissen Sie auf der Rückfahrt genau, was Sie als Mitbringsel brauchen – welche dänische Lakritze gut war, welchen Whisky der Nachbar sich wünscht, und ob Sie noch Platz im Kofferraum haben.
Bedingt. Bei Spirituosen und Wein sparen Sie als Deutscher etwa 10 bis 20 Prozent gegenüber deutschen Preisen. Das ist nett, aber nicht sensationell. Richtig lohnend sind die dänischen Süßigkeiten – Lakritze, Schokolade und Snacks, die es in Deutschland nicht gibt. Als Mitbringsel unschlagbar.
Nein. Bier und pfandfreie Getränke werden nur an Kunden mit skandinavischem Wohnsitz verkauft. Hintergrund ist die deutsche Pfandregelung – die Dosen und Flaschen im Bordshop tragen kein deutsches Pfandzeichen. An der Kasse wird der Ausweis geprüft.
Innerhalb der EU gelten Richtmengen für den persönlichen Bedarf: 10 Liter Spirituosen, 110 Liter Bier, 60 Liter Sekt und Wein in unbegrenzter Menge. Dazu 800 Zigaretten und 1 kg Tabak. Solange alles für den Eigenbedarf bestimmt ist, gibt es keine Zollprobleme.
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