An Dänemarks spektakulärsten Kreidefelsen wartet ein unterirdisches Museum, das Erdgeschichte anfassbar macht. Vom Dinosaurier-Kino bis zur Fossiliensuche am Strand – hier wird Geologie zum Erlebnis.
Als das GeoCenter Møns Klint 2007 eröffnet wurde, war klar: Ein gewöhnliches Gebäude kommt an diesem Ort nicht infrage. Die Architekten von PLH entwarfen ein Museum, das größtenteils unter der Erde liegt – um die Landschaft an den Klippen nicht zu stören. Königin Margrethe II. weihte das Haus persönlich ein.
Das Ergebnis ist bemerkenswert. Von außen sieht man kaum etwas, von innen taucht man in 70 Millionen Jahre Erdgeschichte ein. Die Ausstellung führt durch drei geologische Epochen: die Kreidezeit, als hier Dinosaurier lebten und am Meeresboden die Kreidefelsen entstanden, das Tertiär mit seinen dramatischen Klimaveränderungen und das Quartär mit den Eiszeiten, die Skandinavien formten.
Die Architektur wurde international beachtet – unter anderem beim World Architecture Festival. Aber das Besondere ist nicht das Gebäude selbst, sondern wie es den Ort ergänzt: Man geht buchstäblich in die Erde hinein, um zu verstehen, wie diese Klippen entstanden sind.
Das Museum ist kein Ort, an dem man nur liest und schaut. Hier wird Geologie erlebbar – mit Technologie, die auch Erwachsene überrascht.
Im hauseigenen 3D-Kino reisen Besucher in die Kreidezeit zurück. Der Film zeigt, wie es hier vor 70 Millionen Jahren aussah – mit Dinosauriern, tropischen Meeren und dem Meeresboden, aus dem die Kreidefelsen entstanden.
Per Virtual Reality fliegen Besucher als Wanderfalke über die Kreidefelsen. Man spürt die Höhe, sieht die Klippen von oben und gleitet über die Ostsee. Für viele das absolute Highlight des Besuchs.
Die Sammlung zeigt Fossilien aus der Region: Haifischzähne, versteinerte Seeigel, Reste von Mosasauriern und andere Funde aus den Kreideschichten. Vieles wurde direkt am Strand unterhalb der Klippen gefunden.
Die Bernsteinsammlung im GeoCenter gehört zu den beeindruckendsten in Dänemark. Stücke mit eingeschlossenen Insekten, Pflanzenresten und sogar kleinen Tieren zeigen, wie Bernstein vor Millionen von Jahren entstand.
Møns Klint ist heute einer der artenreichsten Orte Dänemarks. Die Ausstellung zeigt die Tier- und Pflanzenwelt der Klippen: seltene Orchideen, Wanderfalken und die besondere Geologie, die diesen Lebensraum ermöglicht.
Für die Kleinsten gibt es einen eigenen Bereich mit Experimentierstationen und Anfassexponaten. Kinder können Fossilien anfassen, Kristalle untersuchen und spielerisch verstehen, wie Geologie funktioniert.
Das GeoCenter ist nur der Anfang. Die eigentliche Sensation liegt direkt davor: Møns Klint, Dänemarks höchste Kreidefelsen mit bis zu 128 Metern Höhe. Zusammen mit Rügen in Deutschland gehören sie zu den letzten großen Kreideformationen Nordeuropas.
Der markierte Klintesti führt oben an der Klippenkante entlang durch alten Buchenwald. Der Weg bietet atemberaubende Ausblicke auf die Ostsee und die weißen Klippen. Festes Schuhwerk ist ratsam – es geht stellenweise steil bergab zum Strand.
Am Fuß der Klippen liegt ein Steinstrand, an dem regelmäßig Fossilien aus der Kreide herausgewaschen werden. Seeigel, Donnerkeile und mit Glück auch Haifischzähne lassen sich hier finden. Besonders nach Stürmen lohnt sich ein Besuch.
Neben dem GeoCenter gibt es einen Baumkletterpark, in dem Kinder und Erwachsene in den Baumwipfeln klettern und eine Seilbahn nutzen können. Ein guter Ausgleich nach dem Museumsbesuch.
Rund um die Klippen gibt es Mountainbike-Strecken durch den Wald. Von April bis Juli bieten Ranger geführte Touren an, bei denen man mit etwas Glück die seltenen Wanderfalken an den Klippen beobachten kann.
Online-Tickets sind günstiger und garantieren den Eintritt an stark besuchten Tagen. Bezahlung vor Ort mit Karte – in Dänemark wird praktisch überall bargeldlos bezahlt.
Im Hochsommer (Juli/August) kann es voll werden. Wer früh morgens kommt, hat das Museum oft fast für sich allein.
Vom Fährterminal in Gedser sind es rund 59 Kilometer bis zum GeoCenter Møns Klint. Die Fahrt dauert je nach Verkehr 70 bis 90 Minuten.
Vom Fährterminal fahren Sie zunächst auf der E55 Richtung Norden nach Nykøbing Falster. Von dort geht es über die Farøbroen (Brücke nach Farø), weiter über Bogø und dann auf die Insel Møn. Ab Stege folgen Sie der Beschilderung Richtung Møns Klint. Die letzten Kilometer führen durch hügelige Landschaft bis zum Parkplatz am GeoCenter.
Adresse fürs Navi: Stengårdsvej 8, 4791 Borre, Dänemark
Die Strecke ist gut ausgeschildert und führt über gut ausgebaute Straßen. Unterwegs durchqueren Sie eine der schönsten Landschaften Südostdänemarks – Felder, kleine Dörfer und immer wieder Blicke auf die Ostsee.
Wer schon auf Møn ist, sollte nicht nur das GeoCenter besuchen. Die Insel hat mehr zu bieten.
Die Kleinstadt Stege liegt nur 20 Minuten vom GeoCenter entfernt und hat eine hübsche Altstadt mit Cafés und Restaurants. Hier lässt sich gut vor oder nach dem Museumsbesuch einkehren.
Der Klippenweg zwischen dem GeoCenter und Store Klint ist etwa 3 Kilometer lang und bietet die besten Aussichten auf die Kreidefelsen. Gut machbar in einer Stunde – auch für Familien mit älteren Kindern.
Nach dem Museum wissen Sie, wonach Sie suchen müssen. Die 497 Stufen hinunter zum Strand lohnen sich – mit etwas Geduld finden die meisten Besucher zumindest einen versteinerten Seeigel oder Donnerkeil.
Ja, das GeoCenter ist besonders für Familien geeignet. Das 3D-Kino, der VR-Flug als Wanderfalke und die interaktiven Ausstellungen begeistern Kinder ab etwa 4 Jahren. Draußen gibt es einen Baumkletterpark und am Strand können Kinder nach Fossilien suchen. Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt.
Für das Museum selbst sollten Sie 2 bis 3 Stunden einplanen. Wenn Sie danach noch die Kreidefelsen besichtigen, am Strand nach Fossilien suchen oder eine Klippenwanderung machen wollen, wird daraus leicht ein ganzer Tag. Viele Besucher kombinieren den Besuch mit einem Abstecher nach Stege.
Vom Fährterminal Gedser fahren Sie über die E55 Richtung Nykøbing Falster, dann über die Farøbroen und Bogø nach Møn. Die Strecke ist etwa 59 Kilometer lang und dauert 70 bis 90 Minuten. Das GeoCenter liegt an der Adresse Stengårdsvej 8, 4791 Borre, direkt an den Kreidefelsen.
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