Eine ganze Hafenstadt aus dem Jahr 1400, mitten auf Falster nachgebaut. Hier wird nicht nur ausgestellt, sondern gelebt: Handwerker arbeiten in Werkstätten, Ritter kämpfen in Turnieren und ein Trebuchet feuert täglich Steinkugeln über den Sund.
Foto: Toxophilus / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Das Middelaldercentret ist kein gewöhnliches Museum. Hier steht eine komplett nachgebaute dänische Hafenstadt, wie sie um das Jahr 1400 ausgesehen haben könnte – mit Fachwerkhäusern, Werkstätten, einem Marktplatz und einem Hafen mit Nachbauten mittelalterlicher Schiffe. Die Stadt trägt den Namen Sundkøbing, und sie fühlt sich beim Durchlaufen erstaunlich echt an.
Was das Ganze von einem normalen Freilichtmuseum unterscheidet: Hier sind keine Schaufensterpuppen aufgestellt. Das Personal trägt Kleidung aus der Epoche und geht den Tätigkeiten nach, die damals den Alltag bestimmt haben. Der Töpfer dreht seine Scheibe, der Schmied hämmert am Amboss, die Kräuterfrau erklärt ihre Pflanzen. Man kann dabei zuschauen, Fragen stellen und bei vielen Aktivitäten selbst mitmachen.
Am Hafen liegen Nachbauten von Koggen und kleineren Handelsschiffen. Der Marktplatz ist das Zentrum der Stadt – hier werden Waren gehandelt, Geschichten erzählt und manchmal ein Gericht verhandelt. Für ein paar Stunden vergisst man ziemlich zuverlässig, in welchem Jahrhundert man eigentlich lebt.
Täglich finden im Middelaldercentret mehrere Vorführungen statt, die man nicht verpassen sollte.
Das Trebuchet ist das Herzstück des Middelaldercentrets. Die riesige Wurfmaschine schleudert täglich Steinkugeln über den Guldborgsund – ein Spektakel, das man hört, bevor man es sieht. Dazu feuert eine mittelalterliche Kanone Salutschüsse ab.
Berittene Ritter in voller Rüstung reiten mit eingelegter Lanze aufeinander zu. Die Turniere sind laut, staubig und beeindruckend – besonders für Kinder, die von den gepanzerten Reitern kaum wegzusehen können.
Langbogen und Armbrust stehen zum Ausprobieren bereit. Unter Anleitung darf jeder ein paar Pfeile auf die Zielscheibe schicken – und merkt dabei schnell, warum mittelalterliche Bogenschützen jahrelang trainiert haben.
In den Werkstätten wird getöpfert, geschnitzt, gewebt und geschmiedet. In der mittelalterlichen Küche entstehen Gerichte nach historischen Rezepten über offenem Feuer. Probieren ist manchmal möglich – und es schmeckt besser als erwartet.
Das Middelaldercentret ist ein Ort, an dem Kinder nicht nur zuschauen, sondern selbst anpacken dürfen. Genau das macht den Besuch für Familien besonders lohnend.
Kinder können Bogenschießen ausprobieren, beim Töpfern helfen oder in den Werkstätten zuschauen und Fragen stellen. Das ist kein Museum hinter Glas, sondern Geschichte zum Anfassen.
Ein Spielplatz lädt zum Toben ein, und das ganze Gelände mit seinen Wegen, Häusern und dem Hafen ist für Kinder ein einziges Abenteuer. Hier wird gerannt, geklettert und entdeckt.
Hunde dürfen angeleint mit ins Middelaldercentret. Das macht den Ausflug auch für Familien mit Vierbeinern unkompliziert.
Ein Café auf dem Gelände bietet Getränke, Kuchen und kleine Mahlzeiten. Gut für eine Pause zwischendurch, ohne das Gelände verlassen zu müssen.
Ca. 180–195 DKK (ca. 24–26 €). Tickets sind 7 Tage lang gültig und berechtigen zum Wiedereintritt – praktisch, wenn man am nächsten Tag nochmal vorbeischauen will.
Erwachsene: 164 DKK / Kinder: 64 DKK. Wer mit einer größeren Gruppe unterwegs ist, spart also spürbar.
6. Mai bis September 2026. Täglich geöffnet von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Jedes Ticket gilt 7 Tage mit Wiedereintritt. Wer also mehrere Tage in der Gegend bleibt, kann problemlos ein zweites Mal rein – ohne nochmal zu zahlen.
Vom Fährhafen Gedser fahren Sie auf der Route 9 Richtung Norden nach Nykøbing Falster. Das Middelaldercentret liegt am nördlichen Stadtrand und ist ausgeschildert. Die Strecke ist unkompliziert und gut zu fahren – nach einer knappen halben Stunde sind Sie da.
Parkplätze stehen direkt am Eingang zur Verfügung.
Das Middelaldercentret liegt direkt bei Nykøbing Falster – und die Kleinstadt lohnt sich für einen Abstecher, bevor oder nachdem man sich ins Mittelalter begeben hat.
Die Altstadt rund um den Guldborgsund hat ein paar hübsche Ecken mit Fachwerk und Kopfsteinpflaster. Entlang der Hafenpromenade finden sich Restaurants und Cafés, in denen man nach dem Museumsbesuch gut einkehren kann. Der Blick über den Sund nach Lolland ist besonders am späten Nachmittag schön.
Die Saison 2026 läuft vom 6. Mai bis September. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr. Außerhalb der Saison ist das Gelände geschlossen – prüfen Sie am besten vorab die Termine auf der offiziellen Website.
Vom Fährhafen Gedser sind es rund 25 Kilometer. Sie fahren über die Route 9 nach Nykøbing Falster. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist unkompliziert. Das Middelaldercentret liegt am nördlichen Stadtrand und ist ausgeschildert.
Erwachsene zahlen ca. 180–195 DKK. Für Gruppen ab 15 Personen gelten ermäßigte Preise: 164 DKK für Erwachsene und 64 DKK für Kinder. Jedes Ticket ist 7 Tage gültig und erlaubt Wiedereintritt – man kann also am nächsten Tag nochmal rein, ohne neu zu bezahlen.
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