Kopfsteinpflaster, ein Stadttor aus dem 15. Jahrhundert und eine Kirche voller Wandmalereien – Stege ist der perfekte erste Halt auf Møn, bevor es weiter zu den Kreidefelsen geht.
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Wer nach Stege hineinfährt, kommt an der Mølleporten nicht vorbei – im wörtlichen Sinn. Das Stadttor aus der Zeit um 1430 steht noch immer mitten auf der Straße und ist eines von nur zwei erhaltenen mittelalterlichen Stadttoren in ganz Dänemark. Der Bau aus Backstein und Feldstein gehörte einst zu einem Befestigungsring, der die kleine Handelsstadt schützte.
1873 sollte das Tor abgerissen werden, weil es dem Verkehr im Weg war. Die Bürger von Stege verhinderten das, und heute ist die Mølleporten das Wahrzeichen der Stadt. Vom ehemaligen Befestigungsring sind noch Reste des rund 800 Meter langen Wallgrabens erhalten. Der lässt sich auf einem kurzen Spaziergang ablaufen – eine gute Möglichkeit, sich nach der Autofahrt die Beine zu vertreten.
Die Stege Kirke ist eine der größten Kirchen auf den süddänischen Inseln. Der Kern des Baus stammt aus dem 13. Jahrhundert, die Grundform ist romanisch, der wuchtige Turm kam später dazu. Aber wegen der Architektur allein kommt hier niemand her.
Was die Kirche besonders macht, sind die Kalkmalereien im Inneren. Der sogenannte Elmelunde-Meister hat im 14. und 15. Jahrhundert die Gewölbe mit naiven, farbenfrohen Szenen aus der Bibel ausgemalt – Adam und Eva, die Schöpfungsgeschichte, das Jüngste Gericht. Jahrhundertelang waren die Fresken unter weißer Tünche verborgen und wurden erst 1892 bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt.
Der Stil ist unverkennbar: einfache Figuren, kräftige Farben, eine Erzählfreude, die an Bilderbücher erinnert. Es gibt keinen vergleichbaren Zyklus in Dänemark. Der Eintritt ist frei, und die Kirche ist in der Regel tagsüber geöffnet.
Die Storegade ist Steges Hauptstraße, und sie ist genau so, wie man sich eine dänische Kleinstadtstraße vorstellt: niedrige Häuser, pastellfarbene Fassaden, dazwischen ein paar Bäume. Es gibt keinen H&M und keinen Starbucks. Stattdessen finden sich hier kleine inhabergeführte Läden, Galerien lokaler Künstler, ein Keramikgeschäft und mehrere Cafés.
An einem Sommertag lohnt es sich, hier eine halbe Stunde zu bummeln. In den Cafés bekommt man ordentlichen Kaffee und dänische Kuchen. Wer regionalen Käse, Honig oder Keramik von Møn sucht, wird in der Storegade fündig. Die Atmosphäre ist entspannt, handwerklich, nicht touristisch aufgeblasen – einfach ein kleiner Ort, der seinen eigenen Charakter hat.
Das Møn Museum hat seinen Sitz in der Empiregården, einem der hübschesten Gebäude der Stadt. Das Haus im Empire-Stil stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und ist allein schon wegen der Fassade einen Blick wert.
Drinnen zeigt das Museum die Geschichte der Insel Møn von der Steinzeit bis heute. Zu sehen sind mittelalterliche Münzen und Keramik aus Stege, Werkzeuge aus der Bronzezeit und Alltagsgegenstände, die von der bäuerlichen Vergangenheit der Insel erzählen. Das Museum ist klein, die Ausstellung übersichtlich – eine halbe Stunde reicht, um alles zu sehen. Für Regentage ist es eine gute Option.
Von Gedser nach Stege sind es rund 60 Kilometer. Die Strecke ist unkompliziert und gut beschildert:
Die Fahrt dauert etwa 55 bis 60 Minuten. Die Brücken sind mautfrei, die Straßen gut ausgebaut. In Stege gibt es kostenlose Parkplätze am Hafen und in der Nähe der Mølleporten.
Wer früh von der Fähre kommt, kann Stege als Frühstücksstopp nutzen. Die Cafés in der Storegade öffnen meist ab 9 oder 10 Uhr. Danach geht es weiter zu Møns Klint – nur noch 20 Minuten Fahrt.
Stege ist der natürliche Ausgangspunkt für alles, was Møn zu bieten hat. Von hier aus erreichen Sie die wichtigsten Ziele der Insel in wenigen Minuten:
Die berühmten Kreidefelsen liegen nur 20 Autominuten östlich von Stege. 128 Meter hohe weiße Klippen, ein Abstieg zum Strand und das GeoCenter Møns Klint – der Hauptgrund, warum die meisten Besucher auf die Insel kommen.
Direkt an den Klippen erklärt das GeoCenter die Entstehung der Kreidefelsen. Interaktive Ausstellung, gut gemacht, besonders für Familien mit Kindern. Gehört zum Pflichtprogramm auf Møn.
Møn hat einige ruhige Badestrände an der Ostküste. Der Strand unterhalb von Møns Klint ist besonders eindrucksvoll – Kreidegestein, klares Wasser und die Klippen als Kulisse.
Wer morgens die Kreidefelsen besichtigt, kommt zum Mittagessen zurück nach Stege. In der Storegade gibt es mehrere Cafés und kleine Restaurants mit dänischer Küche und lokalen Produkten.
Auf jeden Fall. Stege ist kompakt und lässt sich in ein bis zwei Stunden gut erkunden. Das Stadttor Mølleporten, die Kalkmalereien in der Stege Kirke und ein Bummel durch die Storegade ergeben zusammen einen guten Zwischenstopp. Die meisten Besucher kombinieren Stege mit den Kreidefelsen von Møns Klint, die nur 20 Minuten weiter östlich liegen.
Die Stege Kirke stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt berühmte Kalkmalereien des sogenannten Elmelunde-Meisters. Die naiven, farbenfrohen Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert zeigen biblische Szenen und wurden erst 1892 unter einer Kalkschicht wiederentdeckt. Es gibt keinen vergleichbaren Zyklus in Dänemark. Der Eintritt ist frei.
Von der Fähre in Gedser fahren Sie über die E55 Richtung Norden durch Nykøbing Falster. Dann geht es über die Farøbroen nach Bogø und weiter über die Dronning Alexandrines Bro nach Møn. Die Strecke ist etwa 60 Kilometer lang und dauert rund 55 bis 60 Minuten. Die Brücken sind mautfrei.
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