Südseeland ist für Wohnmobilfahrer ein ruhiges Stück Dänemark: kleine Hafenstädte, kaum Touristen und Stellplätze direkt am Wasser. Von Gedser aus sind die ersten Plätze in 45 Minuten erreichbar.
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Klein, persönlich und in einer der hübschesten Kleinstädte Südseelands. Der Stellplatz liegt direkt am Hafen von Præstø, einem Ort mit rund 4.000 Einwohnern, der sich seinen Kleinstadtcharme komplett bewahrt hat. Man steht buchstäblich am Wasser, mit Blick auf Fischerboote und die Bucht.
Fünf Plätze gibt es, und das wars. Wer im Sommer kommt, sollte früh da sein – ein Reservierungssystem gibt es nicht. Dafür bekommt man alles, was man braucht: Stromanschluss, Frischwasser, Duschen im Hafengebäude und WLAN. Die Altstadt mit Cafés, Bäcker und einem kleinen Supermarkt ist in fünf Minuten zu Fuß erreichbar.
Præstø selbst lohnt sich für einen Spaziergang: Kopfsteinpflastergassen, farbige Häuser aus dem 18. Jahrhundert und ein Fjord, der abends besonders schön aussieht. Von Gedser braucht man etwa eine Stunde hierher.
Vordingborg ist die größte Stadt auf Südseeland und hat einen ordentlichen Stellplatz am Nordhavn, dem Jachthafen. Die Lage ist praktisch: Man steht zwischen Segelbooten, hat das Wasser vor der Nase und den Gåsetårnet – den berühmten Gänseturm – nur zehn Minuten zu Fuß entfernt.
Der Platz bietet Stromanschluss, Frischwasser und Zugang zu den Sanitäranlagen des Jachthafens. Ein Supermarkt ist in der Nähe, das Stadtzentrum mit Restaurants und dem Dänischen Burgzentrum ebenfalls schnell erreichbar.
Vordingborg eignet sich gut als Basis, um Südseeland zu erkunden. Die Brücke nach Møn beginnt praktisch vor der Haustür, und die Küste ist in jeder Richtung nah.
Wer es lieber klassisch mag: Ore Strand Camping liegt etwa zwei Kilometer außerhalb von Vordingborg und bietet das volle Campingplatz-Programm. Stellplätze mit Stromanschluss, moderne Sanitäranlagen, Spielplatz, Küche und einen schönen Sandstrand direkt vor der Tür.
Der Platz ist besonders für Familien geeignet. Der Strand ist flach und übersichtlich, die Kinder können auf dem Gelände frei herumlaufen, und abends ist es angenehm ruhig. Eine V/E-Station für Grau- und Schwarzwasser ist vorhanden.
An mehreren Jachthäfen auf Südseeland gibt es Wohnmobil-Stellplätze, die meistens von den örtlichen Hafenverwaltungen betrieben werden. Das Prinzip ist überall ähnlich: Man steht am Hafen, nutzt die Sanitäranlagen der Segler und hat Wasser direkt nebenan.
Jachthafen auf Møn. Guter Ausgangspunkt für Møns Klint. Altstadt von Stege direkt nebenan mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Kleiner Hafen zwischen Vordingborg und der Møn-Brücke. Ruhig gelegen, wenige Plätze. Ideal für eine Nacht auf dem Weg nach Møn.
Winziger Hafen weiter nördlich. Absolut ruhig, kaum Verkehr. Nichts in der Nähe außer Natur – genau das Richtige, wenn man einfach nur stehen will.
Stevns Klint ist seit 2014 UNESCO-Welterbe – eine 15 Kilometer lange Steilküste, in der man die Kreide-Paläogen-Grenze sehen kann, also die geologische Schicht, die den Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren markiert. Das klingt abstrakt, aber wenn man vor der Klippe steht und die dünne dunkle Linie im hellen Kalkstein sieht, wird es plötzlich sehr konkret.
In der Nähe gibt es mehrere Stellmöglichkeiten. Der Campingplatz Vallehøj bei Store Heddinge bietet Wohnmobil-Stellplätze und liegt rund 10 Minuten von der Steilküste entfernt. Auch einige Bauernhöfe in der Region bieten über Plattformen wie Pintrip Stellflächen an – oft günstiger und noch ruhiger als klassische Campingplätze.
Stevns liegt nördlich von Vordingborg, die Anfahrt von Gedser dauert etwa 1,5 Stunden. Es lohnt sich aber: Die Küste ist beeindruckend, und es ist deutlich weniger los als an Møns Klint.
V/E-Stationen gibt es an den größeren Campingplätzen auf Südseeland, darunter Ore Strand Camping bei Vordingborg. Frischwasser lässt sich an fast allen Hafenstellplätzen auffüllen. Für Grau- und Schwarzwasser-Entsorgung unterwegs ist die App Park4Night zuverlässig.
Die meisten Stellplätze bieten CEE-Steckdosen (Blau, 16A). Adapter nicht vergessen – in Dänemark wird derselbe Standard wie in Deutschland verwendet, aber ein Verlängerungskabel von mindestens 25 Metern ist ratsam.
An den Hafenstellplätzen nutzt man die Sanitäranlagen des Jachthafens. Die sind in Dänemark meistens sauber und gepflegt. Manchmal braucht man eine Münze oder einen Code vom Hafenmeister. Duschen kosten gelegentlich extra (10–20 DKK).
In Vordingborg gibt es Supermärkte aller gängigen dänischen Ketten (Netto, Rema 1000, Føtex). In den kleineren Orten wie Præstø und Stege findet man zumindest einen kleinen Kaufmann oder einen Netto. Sonntagseinkauf ist in Dänemark kein Problem – die meisten Läden haben auch sonntags geöffnet.
Die Preise liegen zwischen 150 und 220 DKK pro Nacht, je nach Ausstattung und Lage. Præstø Havn kostet 220 DKK inklusive Strom, Wasser und Duschen. Vordingborg Nordhavn liegt bei etwa 190 DKK. Einige Marina-Stellplätze sind etwas günstiger, bieten dafür weniger Service.
Wildcampen ist in Dänemark nicht erlaubt. Es gibt allerdings über 1.000 Naturlagerplätze im Land, die kostenloses oder günstiges Übernachten ermöglichen – allerdings meistens nur für Zelte, nicht für Wohnmobile. Auf Südseeland sind die Hafenstellplätze die praktischste und günstigste Lösung.
V/E-Stationen gibt es an mehreren Campingplätzen auf Südseeland. Ore Strand Camping bei Vordingborg hat eine V/E-Station, ebenso einige der größeren Campingplätze. Die App Park4Night verzeichnet die Stationen zuverlässig und ist für Dänemark gut gepflegt. Im Zweifelsfall beim Hafenmeister fragen – die wissen meistens, wo die nächste Station ist.
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