55 Kilometer nördlich der Fähre in Gedser steht mit dem Gåsetårnet Dänemarks besterhaltener mittelalterlicher Burgturm. Ein Ausflug nach Vordingborg verbindet Geschichte, Panoramablicke und ein modernes Burgmuseum – und Kinder kommen kostenlos rein.
Foto: Leif Jørgensen / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Gåsetårnet ist das, was von der einst mächtigsten Burganlage Dänemarks übrig geblieben ist – und er ist erstaunlich gut erhalten. 26 Meter ragt der Turm aus rotem Backstein über Vordingborg auf, seit König Valdemar IV. ihn in den 1360er-Jahren errichten ließ.
Auf der Turmspitze thront eine goldene Gans. Die Geschichte dahinter: Valdemar IV. soll sie dort hingesetzt haben, um die Hansestädte zu verhöhnen – nach dem Motto, dass er die mächtigen Kaufleute für so bedrohlich hielt wie eine Schar Gänse. Ob die Anekdote so stimmt, ist umstritten, aber sie hat dem Turm seinen Namen gegeben.
Heute können Besucher über eine Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform hinaufsteigen. Von oben hat man freie Sicht über den Storstrømmen, die Inseln Falster und Møn und die Dächer von Vordingborg. Bei klarem Wetter reicht der Blick weit übers Wasser.
Direkt neben dem Gåsetårnet steht das Danmarks Borgcenter, ein modernes Museum, das die Geschichte der Burg und des mittelalterlichen Dänemarks erzählt. Die Ausstellung ist interaktiv angelegt: Man kann mittelalterliche Rüstungen anprobieren, Burgmodelle aus verschiedenen Jahrhunderten vergleichen und sich durch die politischen Intrigen der Valdemar-Könige arbeiten.
Das Museum wurde 2014 eröffnet und ist architektonisch auffällig – der Bau fügt sich in die Burgruinen ein, ohne sie zu überdecken. Für Familien mit Kindern gibt es eigene Stationen, an denen junge Besucher selbst ausprobieren können, wie es sich im Mittelalter lebte.
Die Burganlage von Vordingborg war einst die größte in ganz Dänemark. Valdemar der Große ließ die erste Befestigung im 12. Jahrhundert errichten, und seine Nachfolger bauten sie über Generationen hinweg aus. In ihrer Blütezeit war Vordingborg eine Königsresidenz, in der Reichstage abgehalten und Verträge unterzeichnet wurden – darunter der Frieden von Vordingborg 1365.
Heute sind die Grundmauern und Wallreste frei zugänglich. Man kann über das Gelände spazieren und sich anhand von Informationstafeln ein Bild davon machen, wie die Anlage einmal ausgesehen hat. Der botanische Garten auf dem Burggrund ist im Sommer besonders hübsch und lädt zum Verweilen ein.
Die Kleinstadt hat eine gemütliche Fußgängerzone mit Geschäften, Cafés und Restaurants. Wer nach dem Burgbesuch noch etwas bummeln möchte, findet hier alles auf kurzen Wegen.
Vom Hafen und der Uferpromenade aus hat man einen weiten Blick über den Storstrømmen. Bei gutem Wetter sieht man bis zur Insel Falster und zur Storstrømsbrücke – ein guter Ort für eine Pause.
In der Umgebung gibt es mehrere ausgeschilderte Wanderwege entlang der Küste und durch die hügelige Landschaft Südseelands. Besonders der Küstenweg Richtung Ore bietet schöne Ausblicke.
In der Innenstadt und am Hafen gibt es eine ordentliche Auswahl an Restaurants – von dänischer Küche über Pizza bis hin zu Cafés mit Kuchen. Deutlich mehr Möglichkeiten als im kleinen Gedser.
Vom Fährterminal in Gedser fahren Sie auf der E55 Richtung Norden. Die Strecke führt über Nykøbing Falster und die Farøbroen nach Vordingborg. Insgesamt sind es rund 55 Kilometer, die Fahrt dauert etwa 45 Minuten.
Adresse fürs Navi: Slotsruinen 1, 4760 Vordingborg
Am Borgcenter gibt es einen Parkplatz direkt vor dem Museum. In der Innenstadt von Vordingborg sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, teilweise kostenlos.
Vordingborg liegt günstig für Tagesausflüge in mehrere Richtungen. Zwei Ideen, die sich gut mit dem Burgbesuch verbinden lassen:
Die berühmten Kreidefelsen von Møns Klint liegen nur etwa 45 Minuten östlich von Vordingborg. Wer morgens die Burg besichtigt, kann nachmittags an den Klippen wandern. Eine der besten Tagestouren ab der Fähre.
Von Vordingborg sind es noch rund 110 Kilometer bis Kopenhagen. Die Burg eignet sich damit gut als Zwischenstopp auf dem Weg in die Hauptstadt – oder als Programmpunkt auf der Rückfahrt zur Fähre.
Wer nur zum Tagesausflug kommt, verpasst eigentlich das Beste: Vordingborg am Abend, wenn die Tagestouristen weg sind, das Borgcenter geschlossen hat und man in Ruhe am Hafen sitzt und aufs Wasser schaut. Die Stadt ist ruhig, die Sträßen menschenleer — und genau das macht den Reiz aus. Die Unterkunftsauswahl ist überschaubar, trifft aber den Bedarf:
Das Hotel liegt buchstäblich 50 Meter vom Eingang des Borgcenters entfernt — näher geht nicht. Das kleine, familiär geführte Haus hat 60 Zimmer, ein Restaurant, kostenlosen Parkplatz und WLAN. Wer morgens als Erster in der Burg stehen möchte, braucht nur ums Eck zu gehen. Nach einem langen Tag am Turm ist das ein echtes Argument.
Ab ca. 100 € pro Nacht im Doppelzimmer.
Verfügbarkeit prüfenDas offizielle dänische Hostel ist die entspannte Alternative. Ruhige Lage mit Garten und Grillmöglichkeiten — gut für Familien, Radfahrer und alle, die ein sauberes Bett ohne Hotelpreise suchen. Zimmer gibt es als Mehrbett- oder Privatzimmer. Ein unkomplizierter Stopp auf dem Weg nach Süden oder nach Kopenhagen.
Ab ca. 67 € pro Nacht.
Verfügbarkeit prüfen
Foto: Szilas / Wikimedia Commons / CC0 Public Domain
Wer flexibler plant, findet in der Region weitere Optionen: Ferienwohnungen auf Møn, Campingplätze am Storstrøm oder Hotels in Næstved (25 km nördlich) und Nykøbing Falster (25 km südlich). Die Kombination aus Burg am Vormittag und Møns Klint am Nachmittag spricht für eine Zwischenstation in der Mitte — und das ist Vordingborg.
Alle Hotels in Vordingborg auf Booking.comDer Eintritt ins Danmarks Borgcenter kostet etwa 150 DKK für Erwachsene (ca. 20 Euro). Das Ticket gilt für das Museum, die Burgruinen und den Gåsetårnet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Aktuelle Preise finden Sie auf der offiziellen Website des Borgcenters.
Von Gedser nach Vordingborg sind es etwa 55 Kilometer. Die Fahrt dauert mit dem Auto rund 45 Minuten über die E55 Richtung Norden. Die Strecke führt über Nykøbing Falster und die Farøbroen. Am Borgcenter gibt es einen Parkplatz direkt vor dem Museum.
Ja, der Gåsetårnet ist begehbar. Eine Wendeltreppe führt auf 26 Meter Höhe zur Aussichtsplattform. Von dort hat man einen weiten Blick über den Storstrømmen, die Inseln Falster und Møn und das Umland von Vordingborg. Der Aufstieg ist im Museumseintritt enthalten.
Die zentrale Adresse ist das Hotel Kong Valdemar direkt neben dem Gåsetårnet — Doppelzimmer ab ca. 100 €. Günstiger übernachtet man im Danhostel Vordingborg ab ca. 67 €. Wer ein Ferienhaus sucht oder in der näheren Umgebung flexibel bleiben möchte, findet auf Booking.com weitere Optionen in Nykøbing Falster, Næstved und auf der Insel Møn.
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