Dänemarks drittlängste Brücke verbindet seit März 2026 die Inseln Falster und Seeland. Wer mit der Fähre aus Rostock kommt und nach Kopenhagen will, fährt direkt über dieses neue Bauwerk.
Foto: Johan Wessman / News Øresund / CC BY 2.0
Am 23. März 2026 wurde die neue Storstrømsbroen für den Straßenverkehr geöffnet. Offiziell heißt sie „Dronning Margrethe II's Bro“ – benannt nach der ehemaligen dänischen Königin. Mit ihren knapp 4 Kilometern ist sie Dänemarks drittlängste Brücke, nach der Storebæltsbrücke und der Øresundbrücke.
Die Brücke verbindet Falster (bei Orehoved) über die kleine Insel Masnedø mit Seeland. Sie ersetzt die marode Brücke von 1937, die seit Jahren nur noch eingeschränkt nutzbar war. Für Reisende auf dem Weg von Gedser nach Kopenhagen ist das eine spürbare Verbesserung: breitere Fahrbahn, höheres Tempo und keine Gewichtsbeschränkungen mehr.
Die wichtigsten Fakten zur neuen Storstrømsbroen auf einen Blick:
Die Überfahrt ist kostenlos – für Autos, Lkw, Fahrräder und Fußgänger. Es gibt keine Mautstation.
Jeweils eine Fahrspur pro Richtung. Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h.
Ein separater Weg für Fußgänger und Radfahrer verläuft getrennt vom Autoverkehr über die gesamte Brücke.
Die Eisenbahnverbindung über die Brücke eröffnet voraussichtlich 2027. Züge fahren dann mit bis zu 200 km/h.
Entworfen vom renommierten dänischen Architekturbüro Dissing+Weitling, das auch an der Storebæltsbrücke beteiligt war.
Jeder Autofahrer, der mit der Scandlines-Fähre in Gedser ankommt und Richtung Kopenhagen will, überquert diese Brücke. Die Storstrømsbroen ist das zentrale Verbindungsstück zwischen Falster und Seeland – ohne sie wäre der Landweg nach Kopenhagen ein erheblicher Umweg.
Die neue Brücke macht diese Strecke angenehmer als früher. Die alte Brücke hatte zeitweise Geschwindigkeitsbeschränkungen und Gewichtslimits wegen ihres schlechten Zustands. Das ist jetzt vorbei. Die Fahrt über die neue Brücke ist zügig und reibungslos.
So sieht die Strecke von der Fähre bis in die dänische Hauptstadt aus:
Die ursprüngliche Storstrømsbroen wurde 1937 eröffnet und war über Jahrzehnte hinweg eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Dänemarks. Mit 3,2 Kilometern Länge bot sie eine doppelgleisige Bahnstrecke und eine einzelne Fahrspur für den Straßenverkehr.
In den letzten Jahren machte sich der Verfall bemerkbar. Es gab Geschwindigkeitsbeschränkungen, Gewichtslimits und immer häufigere Instandhaltungsarbeiten. Die Entscheidung für einen Neubau fiel 2015, der Bau begann 2018.
Die alte Brücke bleibt vorerst stehen und wird weiterhin für den Bahnverkehr genutzt, bis die Bahnstrecke auf der neuen Brücke 2027 in Betrieb geht. Danach wird über die Zukunft des alten Bauwerks entschieden.
Die neue Storstrømsbroen ist als Schrägseilbrücke mit einem einzelnen markanten Pylon konzipiert. Das schlanke Design fügt sich bewusst in die flache Landschaft des Storstrøm ein und ist von weitem sichtbar.
Gebaut wurde die Brücke von der italienischen Baufirma Itinera (Gruppe ASTM). Die Bauarbeiten liefen von 2018 bis 2026 und waren eines der größten Infrastrukturprojekte Dänemarks in den letzten Jahrzehnten.
Die offizielle Einweihungsfeier findet am 6. und 7. Juni 2026 statt. An diesen beiden Tagen ist ein öffentliches Fest mit Brückenbegehung geplant – eine der wenigen Gelegenheiten, die Brücke zu Fuß in ihrer vollen Länge zu erleben.
Die Storstrømsbroen bietet bei der Überfahrt einen weiten Blick über den Storstrøm – die Meerenge zwischen Falster und Seeland. Besonders bei Sonnenuntergang ist die Brücke ein beeindruckendes Fotomotiv, wenn das Licht den Pylon und die Stahlseile in warme Farben taucht.
In der Nähe der Brückenanfahrt ist ein Rastplatz mit Aussichtspunkt geplant, von dem aus man die gesamte Brückenkonstruktion überblicken kann. Für Radfahrer und Fußgänger bietet der separate Brückenweg ohnehin eine unverstellte Aussicht über das Wasser.
Nein. Die Storstrømsbroen (Dronning Margrethe II's Bro) ist komplett mautfrei. Es fallen keine Gebühren an – weder für Pkw noch für Lkw, Fahrräder oder Fußgänger. Anders als bei der Storebæltsbrücke gibt es hier keine Mautstation.
Ja. Die neue Brücke hat einen separaten Fuß- und Radweg, der vom Autoverkehr getrennt ist. Radfahrer und Fußgänger können die gesamte 4 km lange Strecke sicher überqueren. Das war auf der alten Brücke nicht möglich.
Die Bahnstrecke über die neue Storstrømsbroen soll 2027 eröffnen. Bis dahin fahren Züge weiterhin über die alte Brücke von 1937. Nach der Umstellung können Züge die neue Brücke mit bis zu 200 km/h befahren – das verkürzt die Reisezeit zwischen Falster und Kopenhagen deutlich.
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