Falster gehört zu den unterschätzten Angelrevieren Dänemarks. Meerforellen direkt vor der Haustür, Heringe im Sund und Brandungsangeln an der Ostküste – und Sie starten buchstäblich am Fährterminal.
Foto: Anders Lagerås / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Falster hat für jeden Angeltyp etwas. Ob Meerforellenjäger, Brandungsangler oder Heringsfreund – die Küste liefert. Hier sind die Spots, die sich wirklich lohnen.
Dänemarks südlichster Punkt ist gleichzeitig einer der legendärsten Meerforellenplätze des Landes. Das tiefe Wasser direkt vor der Küste bringt die Forellen ganzjährig nah ans Ufer. Die Landzunge ragt weit ins Meer, sodass Sie bei fast jedem Wind eine geschützte Seite finden: Bei Westwind fischt man die Ostseite, bei Ostwind die Westseite. Grünländer und Küstenläufer in 18–25 g sind Standard. Frühmorgens und in der Dämmerung stehen die Chancen am besten.
Die Mole am Gedser Hafen ist der einfachste Angelplatz der Insel – kein Auto nötig, kein langer Weg. Von März bis Mai ziehen die Heringe vorbei, und mit einem Heringspaternoster am Pilker fängt man im April oft im Minutentakt. Plattfische (Flunder, Scholle) beißen hier ganzjährig auf Wattwurm. Im Mai und Juni kommen die Hornhechte dazu, die sich mit kleinen Blinkerchen oder Seidenfaden-Montagen überlisten lassen.
Die Ostküste Falsters zwischen Gedser und Marielyst zählt zu den besten Brandungsangelstrecken Dänemarks. Die Spots Bøtø Strand, Gedesby Strand und Marielyst Süd liefern zuverlässig Flundern, Schollen und Klieschen. Im Herbst kommen Dorsche dazu, die in der Brandung auf Würmer oder Fischfetzen beißen. Am produktivsten ist es bei auflandigem Wind, wenn die Brandung das Futter aufwirbelt. Werfen Sie Richtung der Rinnen – dort stehen die Fische.
Wenn im April die Heringsschwärme durch den Guldborgsund zwischen Falster und Lolland ziehen, ist hier Hochbetrieb am Ufer. Die schmale Meerenge konzentriert die Fische, und mit Paternostern oder Sabiki-Rigs fängt man reihenweise. Ab Mai lösen die Hornhechte die Heringe ab – sie jagen in Sichtweite der Uferkante und sorgen für spektakuläre Drills an leichtem Gerät.
Der Grønsund zwischen Falster und Møn ist ein unterschätztes Revier für Meerforellen und Hornhechte. Bei Stubbekøbing und an der Bogø-Brücke trifft strömungsreiches Wasser auf flache Sandgründe – ideale Bedingungen für Küstenforellen, die hier ganzjährig ziehen. Im Frühsommer kommen große Hornhechte dazu. Wer die bekannten Spots meiden will, findet hier oft Ruhe und trotzdem gute Fische.
Falster liefert ganzjährig Fisch. Wann welche Art am besten beißt, sehen Sie hier auf einen Blick.
| Fischart | Saison | Bester Spot |
|---|---|---|
| Meerforelle | Oktober – Mai | Gedser Odde, Grønsund |
| Plattfisch (Flunder, Scholle, Kliesche) | April – November (Peak: Sept–Nov) | Ostküste Marielyst–Gedser |
| Dorsch | September – Februar | Ostküste, Brandung |
| Hering | März – Mai | Guldborgsund, Gedser Havn |
| Hornhecht | Mai – Juni | Guldborgsund, Grønsund |
| Aal | Mai – Oktober | Guldborgsund, Häfen |
Wer in Dänemark an der Küste, in Fjorden oder in Flüssen angeln will, braucht den staatlichen Fisketegn. Das gilt für alle Angler zwischen 18 und 65 Jahren. Kinder und Jugendliche unter 18 sowie Senioren ab 65 sind befreit. Einzige Ausnahme: An kommerziellen Put & Take-Seen ist kein Fisketegn nötig.
Seit März 2023 gibt es den Fisketegn ausschließlich online unter fisketegn.dk. Der Kauf dauert zwei Minuten: Daten eingeben, bezahlen, fertig. Die Bestätigung kommt per E-Mail – einfach auf dem Handy speichern.
Eine Tageslizenz kostet ab ca. 5,50 EUR (40 DKK), eine Wochenlizenz rund 13 EUR, die Jahreslizenz etwa 26 EUR. Keine Prüfung, keine Wartezeit. Einfach kaufen und losangeln.
Im Umkreis von 500 Metern um Flussmündungen gilt ein Angelverbot, um laichende Meerforellen zu schützen. Diese Zonen sind in der Regel vor Ort beschildert. Informieren Sie sich bei Zweifeln bei der örtlichen Touristeninformation oder auf fiskeridirektoratet.dk.
Die Ostküste Falsters ist klassisches Brandungsangelterrain. Wer hier Plattfisch und Dorsch fangen will, braucht das richtige Gerät.
Brandungsrute 3,90–4,20 m Länge. Die zusätzliche Länge hilft, über die Brandung hinaus zu werfen.
100–200 g Wurfgewicht. Bei starker Strömung eher am oberen Ende, bei Windstille reichen 100–120 g.
Monofile 0,35 mm oder geflochtene 0,14–0,18 mm mit Schlagschnur. Die Geflochtene gibt mehr Wurfweite.
September bis November, auflandiger Wind nach Sturm. Dann ist das Wasser trüb und voller Nahrung – perfekt für Plattfisch und Dorsch.
Das Besondere am Angeln auf Falster: Sie müssen nach der Fähre nirgendwohin fahren. Der Gedser Hafen liegt buchstäblich neben dem Fährterminal. Mole raus, Rute rein – fertig. Zu Gedser Odde sind es keine fünf Minuten mit dem Auto. Selbst die Brandungsstrände an der Ostküste erreichen Sie in 15 bis 20 Minuten.
Am einfachsten bringen Sie Ihr eigenes Gerät mit – auf der Scandlines-Fähre ist das kein Problem. Falls Ihnen etwas fehlt: In Nykøbing Falster (ca. 25 Min.) gibt es Angelgeschäfte, die auch Wattwürmer und Köder führen. Planen Sie den Köderkauf vor der Tour ein, am Hafen selbst gibt es keinen Shop.
Ein Angeltag auf Falster funktioniert problemlos als Tagesausflug ab Rostock. Frühfähre nehmen, den ganzen Tag fischen, Abendfähre zurück. Wer länger bleiben will, findet in Marielyst und Gedser Ferienhäuser – viele davon mit Filetierplatz im Garten.
Wenn Sie zum ersten Mal auf Falster angeln: Starten Sie am Gedser Hafen. Die Mole ist übersichtlich, Sie sehen sofort, ob andere Angler Fisch fangen, und können bei Bedarf schnell zu Gedser Odde wechseln. Im Frühjahr (März–Mai) sind Heringe fast garantiert.
Ja. Alle Angler zwischen 18 und 65 Jahren brauchen den dänischen Fisketegn für das Küstenangeln. Seit März 2023 gibt es den Schein nur noch online unter fisketegn.dk. Eine Tageslizenz kostet ab ca. 5,50 EUR, eine Wochenlizenz rund 13 EUR. Keine Prüfung nötig. Ausnahme: An kommerziellen Put & Take-Seen brauchen Sie keinen Fisketegn.
Das hängt vom Zielfisch ab. Meerforellen beißen am besten von Oktober bis Mai, Plattfische von April bis November mit Hochsaison im Herbst. Heringe ziehen von März bis Mai durch den Guldborgsund, und Hornhechte sind im Mai und Juni da. Für Brandungsangler ist der Herbst (September–November) mit auflandigem Wind die produktivste Zeit.
Ja, am Gedser Havn können Sie direkt von der Mole aus angeln. Der Hafen liegt nur wenige Gehminuten vom Fährterminal entfernt. Von März bis Mai stehen hier Heringe (am besten mit Heringspaternostern), ganzjährig fangen Sie Plattfisch mit Wattwurm, und im Mai/Juni kommen Hornhechte dazu. Perfekt für Anfänger und als Einstieg in einen Angeltag auf Falster.
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