Die Windenergie-Giganten vor Dänemarks Südküste
Etwa 10 bis 13 Kilometer westlich von Gedser, direkt vor der Südküste der Insel Lolland, erstrecken sich die Offshore-Windparks Nysted Havmøllepark (Rødsand I) und Rødsand 2 mit zusammen 162 Windenergieanlagen und 372 Megawatt Leistung. Bei ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2003 handelte es sich um den damals größten Offshore-Windpark der Welt.
Die Region markiert Dänemarks frühen Vorsprung in der Windenergie – schon 1957 ging bei Gedser die erste dänische Windkraftanlage ans Netz (siehe Geschichte unten). Von der Fähre Rostock-Gedser aus sind die Windräder bereits während der Überfahrt am Horizont zu erkennen.
Vogelperspektive: Die 162 Windenergieanlagen der Offshore-Windparks Nysted und Rødsand 2 vor der dänischen Ostseeküste
Insider-Tipp: Die beste Aussicht auf die Windparks haben Sie von der Backbord-Seite der Fähre (links, wenn Sie Richtung Gedser fahren). An klaren Tagen sind die weißen Türme schon 20 Kilometer vor Gedser sichtbar!
Technische Meisterleistung: Die Windparks im Detail
Nysted Havmøllepark (Rødsand I)
Der Nysted Havmøllepark, auch als Rødsand I bekannt, wurde 2003 in Betrieb genommen und war zu diesem Zeitpunkt gemessen an der jährlichen Stromerzeugung der größte Offshore-Windpark weltweit. Er befindet sich in der Ostsee vor der Sandbank Rødsand, etwa 10 km südlich von Nysted und 10 km westlich von Gedser am nördlichen Rand des Seewegs zwischen Kadetrinne und Fehmarnbelt.
Anzahl Anlagen
72 Windenergieanlagen in einem 8×9-Raster (Parallelogramm-Formation)
Leistung pro Anlage
2,3 Megawatt (MW)
Turmhöhe
69 Meter über dem Meeresspiegel
Rotordurchmesser
82 Meter (3 Rotorblätter à 41 Meter)
Gesamthöhe
110 Meter (vom Meeresgrund bis Rotorspitze)
Gewicht pro Turm
2.050 Tonnen (1.800 t Fundament, 115 t Turm, 135 t Technik)
Fläche
24 km² (etwa 3.360 Fußballfelder)
Jahresproduktion
570 GWh – entspricht dem Verbrauch von 140.000 dänischen Haushalten
CO₂-Einsparung
500.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
Hersteller
Siemens Windenergie
Betriebsbereich
Die Anlagen können bei Windgeschwindigkeiten von 4 m/s bis 25 m/s Energie produzieren. Das bedeutet: Sie beginnen bereits bei einer schwachen Brise und müssen erst bei schwerem Sturm aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Bei Windstille wird automatisch gestoppt, die Versorgungssicherheit bleibt durch das vernetzte Stromsystem dennoch gewährleistet.
Rødsand 2 Havmøllepark
Rund 3 Kilometer westlich von Rødsand I befindet sich der 2010 in Betrieb genommene Windpark Rødsand 2. Dieser zweite Großpark erweiterte das Gesamtprojekt erheblich und macht die Windpark-Region vor Gedser zu einem der leistungsstärksten Offshore-Energiestandorte Europas.
Anzahl Anlagen
90 Windenergieanlagen in 5 fächerförmigen Reihen (je 18 Anlagen)
Leistung pro Anlage
2,3 Megawatt (MW)
Turmhöhe
68,5 Meter über dem Meeresspiegel
Rotordurchmesser
93 Meter
Fläche
34 km² (etwa 4.760 Fußballfelder)
Lage
10 km südöstlich von Rødbyhavn, 5-10 km vor der Küste
Jahresproduktion
Ca. 830 GWh – entspricht dem Verbrauch von 200.000 dänischen Haushalten
CO₂-Einsparung
700.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
Inbetriebnahme
12. Oktober 2010 (3 Monate vor Zeitplan!)
Betreiber
RWE Renewables (seit 2019), zuvor E.ON/SEAS-NVE
Gesamtprojekt: Weltrekord bei Inbetriebnahme
Zusammen bilden die beiden Windparks ein Energiekraftwerk mit folgenden Kennzahlen:
- 162 Windenergieanlagen gesamt
- 372 Megawatt Gesamtleistung
- 1.400 Millionen Kilowattstunden Jahresproduktion
- Versorgung von 340.000 Einfamilienhäusern (entspricht einer Stadt größer als Mannheim!)
- 1,2 Millionen Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr
- Gesamtfläche: 58 km² – etwa die Größe von Frankfurt am Main
Ingenieurs-Wissen für Technikfans
Fundamenttyp: Gravitations-Fundamente wurden verwendet statt Rammpfählen – dies war notwendig wegen der Eisbedingungen in der Ostsee im Winter.
Verkabelung: 75 km Seekabel verbinden die Windenergieanlagen mit der Umspannplattform (33 kV). Von dort führt ein 40 km langes Seekabel mit 20 cm Durchmesser und 72 kg Gewicht pro Meter zur Landstation, wo die Einspeisung ins dänische Stromnetz (132 kV) erfolgt.
Fernsteuerung: Alle Anlagen werden zentral von Kopenhagen aus gesteuert und überwacht – modernste Digitalisierung ermöglicht effiziente Wartung und optimalen Betrieb.
Geschichte: Von der Vision zum Weltrekord-Projekt
Die Region Gedser hat eine besondere Pionierrolle in der globalen Windenergie-Entwicklung gespielt – von der ersten dänischen Windkraftanlage 1957 bis zu den Offshore-Großparks seit 2003.
Die Gedser-Windkraftanlage: Großmutter aller modernen Windräder
Bereits 1957 wurde nahe Gedser (genauer: bei Gedesby) eine experimentelle Windkraftanlage errichtet, die Geschichte schrieb. Die sogenannte Gedser-Windkraftanlage, auch "Gedsermühle" genannt, wurde vom Windkraftpionier Johannes Juul konstruiert und gilt als "Mutter aller modernen Windkraftanlagen".
1956-1957
Bau der Gedser-Windkraftanlage mit Hilfe des Marshall-Planes. Nennleistung: 200 kW, Rotordurchmesser: 24 Meter. Offiziell eingeweiht am 26. Juli 1957.
1957-1966
Zuverlässiger Betrieb über 10 Jahre mit minimalem Wartungsaufwand. Die Anlage speist 2,2 Millionen kWh ins dänische Stromnetz ein und beweist die Wirtschaftlichkeit der Windenergie.
1977-1979
Die NASA finanziert die Restaurierung! Die amerikanische Raumfahrtbehörde erkannte das Potenzial und nutzte die Gedser-Anlage für ihr Windenergieprogramm. Die gewonnenen Messdaten wurden zur Grundlage für die weltweite Windkraft-Entwicklung.
2006
Gondel und Rotorblätter der historischen Anlage werden im Energiemuseum in Bjerringbro (Zentraljütland) ausgestellt. Das Design wird in Dänemarks Kulturkanon aufgenommen als eine der wichtigsten Innovationen seit dem Zweiten Weltkrieg.
Das revolutionäre Design
Im Gegensatz zu komplexen deutschen Prototypen wie dem späteren Growian setzte Johannes Juul auf ein einfaches, robustes Design: Drei Rotorblätter, Strömungsabriss zur passiven Leistungsbegrenzung, direkter Anschluss ans Stromnetz per Asynchrongenerator. Dieses Grundprinzip wurde von Windkraftanlagenherstellern weltweit übernommen und prägt bis heute moderne Windräder!
Die Entwicklung der Offshore-Windparks
1999
Beginn der Umweltstudien für den geplanten Offshore-Windpark. Umfassende Untersuchungen der Auswirkungen auf Meeresfauna, Vögel und Meeresgrund.
2003
Rødsand I (Nysted Havmøllepark) geht in Betrieb – mit 72 Anlagen und 165,6 MW der damals größte Offshore-Windpark der Welt! Betreiber: DONG Energy (heute Ørsted) und E.ON.
2010
Rødsand 2 wird drei Monate vor Zeitplan fertiggestellt und am 12. Oktober eingeweiht. Mit 90 zusätzlichen Anlagen verdoppelt sich die Kapazität der Region nahezu.
2013
Das dänische Energieversorgungsunternehmen SEAS-NVE kauft 80% von Rødsand 2 für 2,8 Milliarden DKK – ein Beleg für die Wirtschaftlichkeit des Projekts.
2019
RWE Renewables übernimmt im Rahmen eines Tauschgeschäfts mit E.ON die verbliebenen Anteile und den Betrieb von Rødsand 2.
Heute
Die Windparks produzieren zuverlässig grünen Strom und dienen als Vorbild für neue Offshore-Projekte weltweit. Kontinuierliche Wartung durch 14 Offshore-Servicetechniker in Gedser und 13 Mitarbeiter in Rødbyhavn sichert optimalen Betrieb.
Umwelt & Nachhaltigkeit: Wie grün sind die Windparks wirklich?
Seit 1999 untersuchen Wissenschaftler kontinuierlich die ökologischen Auswirkungen der Offshore-Windparks vor Gedser. Die Ergebnisse sind ermutigend und widerlegen viele Befürchtungen – gleichzeitig zeigen sie aber auch, dass Windenergie nicht völlig ohne Einfluss auf die Umwelt ist.
Die positive Bilanz
CO₂-Einsparung von 1,2 Millionen Tonnen jährlich
Die beiden Windparks zusammen vermeiden 1,2 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr – das entspricht dem jährlichen CO₂-Ausstoß von etwa 600.000 Autos! Bei der Stromerzeugung werden keine fossilen Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Erdgas verbraucht, wodurch auch keine Emissionen von Schwefeldioxid (SO₂) oder Stickoxiden (NOx) entstehen.
Künstliche Riffe fördern Artenvielfalt
Eine überraschende positive Nebenwirkung: An den Fundamenten und den ausgelegten Steinen haben sich Miesmuscheln in großer Zahl angesiedelt. Wo früher nur Sandboden war, ist jetzt auch harter Grund entstanden – eine Art künstliches Riff. Dies hat zu einem größeren Artenreichtum geführt als vor dem Bau der Windparks. Verschiedene Fischarten finden hier Nahrung und Lebensraum, besonders da im Bereich der Windparks keine professionelle Fischerei betrieben wird.
Robben und Schweinswale unbeeinflusst
Studien mit GPS-Sendern an Robben zeigen: Die Tiere werden von den Windenergieanlagen nicht gestört und leben hier weiterhin wie bisher. Forscher konnten sogar die Bewegungsmuster zwischen den Anlagenreihen verfolgen. Auch Schweinswale befinden sich weiterhin in den Gewässern um die Anlagen.
Vögel: Weniger Störung als befürchtet
Untersuchungen haben ergeben, dass die Windparks Rastvögel weniger stören als ursprünglich befürchtet. In der Regel umfliegen die Vögel die Windparks oder fliegen zwischen den Reihen hindurch. Die Region bleibt ein wichtiger Rastplatz auf den Zugrouten – besonders im Frühjahr und Herbst können täglich über 40.000 Eiderenten beobachtet werden.
Herausforderungen und Beeinträchtigungen
Wissenschaftliche Redlichkeit erfordert auch, die negativen Aspekte zu benennen:
Bauphase
Während des Baus wird die unmittelbare Umgebung natürlich beeinflusst. Das Auslegen der Fundamente und Kabel ist mit erheblichem Unterwasserlärm verbunden, der Meeressäuger temporär vertreibt. Der Meeresböden wird an den Baustellen aufgewühlt. Diese Beeinträchtigungen sind jedoch zeitlich begrenzt.
Betriebsphase: Geringe messbare Effekte auf die Unterwasserfauna durch Geräusche und Vibrationen der rotierenden Anlagen. Diese Einflüsse sind feststellbar, jedoch nicht drastisch negativ laut den kontinuierlichen Überwachungsprogrammen.
Kontinuierliche Überwachung
Komplexe Überwachungssysteme verfolgen kontinuierlich die Einflüsse der Windparks auf die Umwelt. Diese langfristigen Studien (seit 1999!) liefern wertvolle Erkenntnisse für den Bau zukünftiger Offshore-Windparks weltweit und haben gezeigt, dass es möglich ist, Offshore-Windparks anzulegen, die umweltverträglich sind.
25 Jahre Monitoring: das Ergebnis
Die über 25-jährigen Untersuchungen zeigen: Es ist möglich, große Offshore-Windparks zu betreiben, ohne drastische negative Umweltauswirkungen zu verursachen. Mit sorgfältiger Planung, modernen Bautechniken und kontinuierlichem Monitoring kann Windenergie auf See eine umweltfreundliche Alternative zur fossilen Stromerzeugung sein.
Wirtschaftliche Bedeutung: Arbeitsplätze und regionale Entwicklung
Die Offshore-Windparks sind Wirtschaftsfaktoren für die Region Lolland-Falster: Sie sichern feste Stellen in Betrieb und Wartung und lieferten während der Bauphase Aufträge für dänische Zulieferbetriebe.
Dauerhafte Arbeitsplätze
Die Etablierung und der Betrieb der Windparks haben dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen – 27 feste Stellen allein für Wartung und Betrieb:
- 14 Offshore-Servicetechniker mit Stützpunkt in Gedser für den Betrieb von Rødsand I
- 13 Mitarbeiter (davon 6 Offshore-Servicetechniker) mit Stützpunkt in Rødbyhavn für Rødsand 2
- Zusätzliche Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie, bei Wartungsunternehmen und im Hafen
Ein Tag im Leben eines Offshore-Servicetechnikers
Morgens werden die Techniker per Boot zu einer Windenergieeanlage gebracht und arbeiten dann den ganzen Tag draußen auf dem Meer – bei Wind und Wetter! Sie führen Wartungsarbeiten durch, tauschen verschlissene Teile aus und überwachen die Anlagen. Mindestens zweimal jährlich wird jede einzelne Anlage inspiziert. Abends werden sie dann wieder abgeholt. Ein Job, der Technik-Know-how, körperliche Fitness und Seebeständigkeit erfordert!
Bauphase: 300 Beschäftigte
Während der Errichtung von Nysted Havmøllepark waren in der Umgebung etwa 300 Personen direkt mit diesem Projekt beschäftigt. Dazu kamen die vielen Arbeitskräfte, die an der Produktion der Windenergieanlagen, Rotorblätter, Rotornaben, Fundamente und Kabel beteiligt waren – ein Großteil davon in dänischen Fabriken.
Strompreise: Warum Offshore-Wind effizienter ist
Offshore-Windparks können bis zu 50% mehr Strom produzieren als vergleichbare Anlagen an Land – denn auf dem Meer weht der Wind öfter und stärker. Die konstante Brise bedeutet höhere Auslastung und damit wirtschaftlicheren Betrieb. Zudem gibt es auf See keine Nachbarn, die sich über Schattenwurf oder Geräusche beschweren könnten.
Dänemark als Vorreiter: Die Windenergie ist ein Kernbereich der dänischen Energiepolitik. Bereits 2021 stammten 68,6% der dänischen Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien – deutlich mehr als in Deutschland (ca. 46% im selben Jahr). Bis 2030 soll der Anteil weiter steigen.
Besuchermöglichkeiten: Center, Aussichtspunkte, Bootstouren
Wer die Offshore-Windparks nicht nur vom Schiff aus sehen will, hat drei Optionen: das Besucherzentrum in Nysted, mehrere Aussichtspunkte an der Küste und gelegentliche Bootstouren im Sommer.
Vindens Verden – Die Welt des Windes (Nysted)
Im Hafen von Nysted, etwa 40 km nördlich von Gedser, befindet sich das Informations- und Aktivitätscenter "Vindens Verden" (Die Welt des Windes). Dieses kleine, aber informative Besucherzentrum bietet einen tiefen Einblick in die Offshore-Windparks.
Vindens Verden im Detail
Adresse: Nysted Havn, Strandvejen 18b, 4880 Nysted
Lage: Direkt im Hafengebäude, nur 50 Meter vom Hotel Nysted Havn entfernt
Eintritt: Kostenlos!
Was Sie erwartet:
- Informationstafeln über Nysted Havmøllepark und Rødsand 2 (mehrsprachig, inkl. Deutsch)
- Technische Erklärungen zur Funktionsweise von Windenergieanlagen
- Historische Entwicklung der Windenergie in Dänemark
- Umweltauswirkungen und Monitoring-Programme
- Ferngläser mit Blick direkt auf die Windpark-Anlagen vor der Küste
- Interaktive Erlebnis-Module (Verfügbarkeit kann variieren)
"Ich war mehrfach in Nysted und kann einen Besuch im Vindens Verden empfehlen – auch wenn es kein großes Museum ist. Was mir besonders gefällt: Die Ferngläser ermöglichen einen direkten Blick auf die Windanlagen draußen im Meer. An klaren Tagen sieht man die einzelnen Rotorblätter sich drehen."
"Wichtig zu wissen: Das Center ist relativ klein (ein Raum im Hafengebäude) und manche technischen Displays funktionieren nicht immer. Trotzdem lohnt sich der Besuch, besonders wenn Sie sich für erneuerbare Energien interessieren. Kombinieren Sie den Besuch am besten mit einem Spaziergang durch Nysted – Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster, ein paar Restaurants und Cafés am Hafen."
"Mein Tipp: Besuchen Sie Nysted am späten Nachmittag, schauen Sie sich das Vindens Verden an, und bleiben Sie für den Sonnenuntergang am Hafen mit Blick auf die Windparks."
Aussichtspunkte und Fotomotive
Die besten Aussichten auf die Offshore-Windparks:
- Von der Scandlines-Fähre: Während der 2-Stunden-Überfahrt von Rostock nach Gedser haben Sie bei klarem Wetter etwa 30-40 Minuten lang freien Blick auf die Windparks (Backbord-Seite bei Fahrt Richtung Dänemark).
- Gedser Odde: Vom südlichsten Punkt Dänemarks aus sind die Windparks am westlichen Horizont sichtbar – besonders eindrucksvoll bei Sonnenuntergang!
- Nysted Hafen: Direkter Blick auf die nächstgelegenen Anlagen, etwa 10 km entfernt.
- Rødbyhavn: Blick auf Rødsand 2 von der Hafenpromenade aus.
- Küstenweg Lolland: Der Fahrradweg entlang der Südküste von Lolland bietet immer wieder Ausblicke auf die weißen Türme.
Bootstouren zu den Windparks
Im Sommer werden gelegentlich Bootstouren zu den Offshore-Windparks angeboten, die es ermöglichen, die Anlagen aus nächster Nähe zu betrachten. Anfragen bei den Touristinformationen in Gedser, Nysted oder Nykøbing Falster. Beachten Sie: Aus Sicherheitsgründen darf man den Windparks nur bis auf eine bestimmte Distanz nähern – das Betreten der Anlagen ist für Touristen nicht möglich.
Kombinieren Sie Ihren Besuch
Weitere Ziele in der Umgebung:
- Fahrradtouren: Von Gedser nach Nysted (ca. 40 km) – landschaftlich reizvolle, aber längere Route mit Meerblick. Alternativ: Kürzere Tour entlang der Ostküste Falsters.
- Vogelbeobachtung: Gedser Odde und die Küsten sind Hotspots für Zugvögel
- Gedser Remise: Eisenbahnmuseum mit historischen Dampfloks (inkl. "Gelbe Villa" aus Olsenbande-Filmen)
- Nysted Altstadt: Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster, Cafés und Restaurants
- Marielyst Strand: 14 km feiner Sandstrand, mehrfach zu Dänemarks bestem Strand gewählt
Anreise: So kommen Sie zu den Windparks
Mit der Fähre von Rostock
Die Scandlines-Fähre Rostock-Gedser bringt Sie in 2 Stunden direkt in die Region der Offshore-Windparks.
Fahrplan
Bis zu 15 Abfahrten täglich in der Hochsaison
Erste Fähre: ca. 05:30 Uhr
Letzte Fähre: ca. 22:30 Uhr
Überfahrt: 2 Stunden
Preise (Beispiele)
Pkw + 2 Personen: ab 66 €
Motorrad + Fahrer: ab 36 €
Fußpassagier: ab 13 €
(Tagesaktuelle Preise online prüfen)
Von Gedser zu den Aussichtspunkten
Von Gedser Hafen nach Nysted (Vindens Verden):
- Auto: 40 km, ca. 35-40 Minuten via Route 297
- Fahrrad: 40 km, ca. 2-2,5 Stunden entlang der Küstenstraße (anspruchsvoll!)
- Bus: Linie 700 (Nykøbing F. - Gedser), ca. 30-40 Minuten, mehrmals täglich
Von Gedser Hafen nach Gedser Odde (Leuchtturm):
- Auto/Fahrrad: 4 km südlich, ca. 5-10 Min. (Auto) / 15-20 Min. (Rad)
Fahrradverleih in Gedser
Fahrräder können Sie am Touristenzentrum "Den gamle Købmandsgaard" in Gedser mieten, direkt an der Küstenstraße mit Blick auf die Windparks. Räder für Erwachsene und Kinder sowie Anhänger verfügbar.
Häufig gestellte Fragen
Kann man die Windräder betreten?
Nein, der Zugang zu den Offshore-Windenergieanlagen ist aus Sicherheitsgründen nur für autorisiertes Wartungspersonal gestattet. Touristen können die Anlagen nur von außen betrachten – vom Schiff, vom Ufer oder bei speziellen Bootstouren.
Wie weit sind die Windparks von der Küste entfernt?
Die Windparks liegen 5 bis 13 Kilometer vor der Küste. Rødsand I (Nysted Havmøllepark) ist etwa 10 km südlich von Nysted und 10 km westlich von Gedser. Rødsand 2 liegt etwa 10 km südöstlich von Rødbyhavn.
Kann man die Windräder von der Fähre aus sehen?
Ja! Bei klarem Wetter sind die Windparks von der Scandlines-Fähre Rostock-Gedser aus gut sichtbar. Die beste Sicht haben Sie von der Backbord-Seite (links, wenn Sie Richtung Dänemark fahren) etwa 30-60 Minuten nach Abfahrt von Rostock bzw. 30-60 Minuten vor Ankunft in Gedser.
Ist das Vindens Verden Center ganzjährig geöffnet?
Das Informationscenter in Nysted ist in der Regel ganzjährig zugänglich, da es sich im Hafengebäude befindet. Die genauen Öffnungszeiten können jedoch variieren – besonders im Winter können die Zeiten eingeschränkt sein. Am besten vorab bei der Touristinformation Lolland-Falster anfragen.
Wie laut sind die Windräder?
Auf See in 5-10 km Entfernung von der Küste sind die Windgeräusche an Land praktisch nicht wahrnehmbar. Selbst direkt unter den Anlagen (für Wartungspersonal) ist die Geräuschentwicklung deutlich geringer als bei vielen Onshore-Windparks, da die modernen Offshore-Anlagen sehr gut gedämmt sind.
Produzieren die Windparks auch bei Windstille Strom?
Nein, bei Windstille wird kein Strom erzeugt. Die Versorgungssicherheit ist dennoch gewährleistet, denn der Strom stammt aus vielen verschiedenen Quellen (Wind, Solar, Biomasse, Wasserkraft), deren Elektrizität in ein gemeinsames Stromnetz eingespeist wird. Dänemark ist zudem mit Norwegen, Schweden und Deutschland verbunden und kann Strom importieren, wenn die eigene Produktion nicht ausreicht.
Welche Rolle spielen die Windparks für Dänemarks Energiewende?
Die Offshore-Windparks vor Gedser waren ein Meilenstein für Dänemarks Energiewende. Sie haben bewiesen, dass großflächige Offshore-Windenergie wirtschaftlich und umweltverträglich funktioniert. Heute stammen bereits über 56% des dänischen Strombedarfs aus Windkraft – ein Weltrekord! Dänemark plant weitere große Offshore-Projekte, darunter künstliche Energieinseln in Nord- und Ostsee.
Mit der Fähre zu den Windparks
Die Scandlines-Fähre Rostock–Gedser bringt Sie in rund 2 Stunden direkt in die Region der Offshore-Windparks – mit freier Sicht von Bord bei klarem Wetter.